Karat - Weitergeh´n - Cover
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Karat Weitergeh´n


  • Label: A&F Music/EDEL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der gemeine Wessi kennt sich in der Regel kaum mit der Geschichte der Rockmusik in der ehemaligen DDR aus. Mit Müh und Not lassen sich gerade die größten Namen des Ostrock wie z.B. Nina Hagen, Puhdys, Silly, Renft, City und Karat zusammenreimen – dann ist es auch schon aus mit der Geschichtskunde. Dabei sind Bands wie die Puhdys, City und jüngst auch wieder Silly noch immer aktiv.

Auch Karat gibt es trotz längerer kreativer Auszeiten und diverser Besetzungswechsel noch. Die Berliner Band begeht in diesem Jahr mit einem neuen Studioalbum ihr mittlerweile 35. Karrierejahr, auch wenn freilich aus der 1975er Besetzung inzwischen niemand mehr an Bord ist. Karat anno 2010 besteht aus Claudius Dreilich, Martin Becker, Bernd Römer, Michael Schwandt und Christian Liebig sowie André Kuntze als externer Unterstützer, der die Songs auf „Weitergeh’n“ arrangiert und produziert hat. Zudem wird Karat-Gründungsmitglied Ulrich „Ed“ Swillms als sechstes, nicht ständiges Bandmitglied geführt.

Während das Silly-Comeback mit der Schauspielerin Anna Loos (39) als Ersatz für die verstorbene Kult-Frontfrau Tamara Danz richtig gut geglückt ist, tun sich die Herren Karat vergleichsweise schwer. So kann eine Einordnung in Richtung Rockmusik fast vollständig ausgeschlossen werden und auch in die Pop-Schublade lassen sich die 15 Tracks auf „Weitergeh’n“ nur mit Abstrichen stecken.

Was Karat auf ihrem 19. Album tatsächlich anbieten, ist unterm Strich reichlich biedere Schlagermusik mit einschläfernden Melodien im stilistischen Einheitstrott zwischen Balladen („Kleine Nachtmusik“, „Die Reise“), Schunkelliedern („So wie du“) und jeder Menge Midtempo-Tracks („Für dich“, „Willkommen im Club“, „Verloren“). Lediglich im Opener „Steh wieder auf“ sind die E-Gitarren mal etwas prägnanter, doch das ist eine absolute Ausnahme in den Fängen eines langweiligen Albums, das zu allem Überfluss auch noch mit 08/15-Texten („Es war Sommer, Sommerzeit / Keine Wolken weit und breit / Meine Türen öffne ich weit / Sommer der Unendlichkeit“) garniert wird, die dem Hörer am Ende die Lust total verderben.

Anspieltipps:

  • Vorbei
  • Verloren
  • Die Reise
  • Steh wieder auf

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  • 2016    
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