Sick Of It All - Based On A True Story - Cover
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Sick Of It All Based On A True Story


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Sick Of It All, die Neunte. Beständig wie ein Schweizer Uhrwerk legt die New Yorker Hardcore-Legende ein neues Album vor und zeigt Newcomern und Kritikern erneut den ausgestreckten Mittelfinger, denn „Based on a true story” ist wie schon „Death to tyrants“ (04/2006) kein altersschwacher Schnellschuss oder gar eine x-te Neuauflage von Altbekanntem. Lou (Gesang) und Pete Koller (Gitarre), Craig Ahead (Bass) und Armand Majidi (Schlagzeug) spielen zwar noch immer deftigen Hardcore mit (seit dem Wechsel zu Century Media) wieder stärkeren Metal-Einflüssen, aber frisch und knackig ist die Truppe eben selbst nach über 20 Jahren noch.

Wer also auf prachtvolle in Szene gesetzte Gangshout´n´Angepisst-Songs steht, der soll sich nicht scheuen die neue Sick Of It All in seinen Player zu schmeißen und die Einrichtung zu demolieren. Mit einigen sowohl interessanten als auch seltsamen Ideen klingt das Vierergespann nämlich stets griffig, selbstbewusst und offen für Neues. Da wäre zum einen die Nu Metal-Hackschnitzel-Attacke „Dominated“, die live sicher abgehen wird wie der zweite Teil von Avatar an den Kinokassen, das stark metallisch ausgerichtete „Nobody rules“, das fast als reiner Heavy Metal-Track durchgehen könnte, wenn Koller nicht wie ein angestochenes Schwein seinen Ärger über die derzeitige Weltsituation zum Ausdruck bringen würde oder „Lifeline“ und „Lowest common denominator“ mit anfänglich simplen Hardcore-Strukturen, die dann aber in ein stampfendes Monster umgewandelt werden, und zum anderen die allzu schunkelig geratenen Gangshouts in „Good cop“, „A month of sundays“, „Waiting for the day“ oder „Dirty money“, von denen letzterer sogar glatt als Reklamejingle durchgehen könnte.

Mit den Neuerungen hat es sich dann aber schon und Sick Of It All holzen (wie schon beim Vorgänger konstatiert) in den restlichen Tracks unter der Aufsicht von Produzent Tue Madsen (Dark Tranquillity, Cataract, Ektomorf) alles nieder, egal ob mit Kollers Organ, einer mächtigen Gitarrenwand oder dem druckvoll abgemischten Schlagzeug. Die New Yorker sind einfach eine Klasse für sich und in ihrer Disziplin, eingängige, aber verdammt wütende Brachialbolzen zu verschießen, (auch aufgrund fehlender, wirklich ernstzunehmender Konkurrenz) nur schwer zu toppen. Sick Of It All? Immer eine sichere Bank!

Anspieltipps:

  • Dominated
  • Dirty Money
  • Bent Outta Shape
  • Lowest Common Denominator
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