Sevendust - Cold Day Memory - Cover
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Sevendust Cold Day Memory


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein etwas langatmiges bis betagtes Best Of des Portfolios von Produzent Johnny K.

Ein gutes Album braucht neben überzeugenden Songs eine ausgewogene Abmischung und eine zweckmäßige Produktion. Für höher gesteckte Ziele muss allerdings etwas mehr Detailtreue her und die richtige Wahl des Produzenten kann bei diesem Unterfangen schon die halbe Miete sein. Nachdem das amerikanische Alternative Nu-Metal-Gebräu Sevendust ihre letzten Alben meist in Eigenregie bearbeitet und geformt hat, ist mit der Verpflichtung von Johnny K, der bereits Longplayer von 3 Doors Down, Staind, Disturbed, Drowning Pool oder Machine Head betreuen durfte, eine klare Ansage getätigt worden. Die Zeit des Stillstands ist vorbei, Lajon Witherspoon (Gesang), John Connolly (Gitarre), Clint Lowery (Gitarre), Vinnie Hornsby (Bass) und Morgan Rose (Schlagzeug) wollen wieder rocken und das mit allem nötigen Nachdruck.

Gesagt, getan! Das Eröffnungsplädoyer „Splinter“ grummelt aus den Boxen, drischt in die Magengrube, Lajon schreit sich die Lunge aus dem Leib und nach vier Minuten hängt der Hörer erschlagen von der Wucht der Gitarren-Schlagzeug-Abteilung in den Seilen und sackt buchstäblich in sich zusammen. Doch Sevendust sind noch lange nicht fertig. Mit „Forever dead“ wird Runde zwei eingeläutet und mit einer zackigen Rhythmuskombination der Abwechslung genüge getan, während „Unraveling“ und „Last breath“ selbiges Schema aufgreifen und lediglich leicht verdauliche Stadionrefrains beisteuern. Auszeit! Ist diese heranstürmende Prügelattackenarmada in bester Seether, Korn, POD, Puddle Of Mudd, Drowning Pool, Stone Sour oder Disturbed-Manier denn auch modern und bissig genug? Schließlich haben oder hatten genannte Bands eine unverwechselbare Identität, die selbst Linkin Park in ihrer derzeitigen Kommerzkrise zugestanden werden muss. Mitnichten. „Cold day memory“ ist eine auf dem Baukastenprinzip für zappelnde Nu-Metal-Tracks entstandene Aneinanderreihung von überholten Ideen, die bei Bedarf auch gerne öfter verwendet werden dürfen. Ein paar der Stücke klingen gleich? Alles Banane! Hauptsache es knallt!

Wie das blinde Huhn in der Legebatterie finden Sevendust dennoch ein paar angenehm groovende Körner, die entweder wie „Karma“ und „Better place“ eine solide Mischung aus Melodie und Härte beinhalten oder als Kopfnickerhymne („The end is coming“) beim nächsten Live-Auftritt dem Publikum blaue Flecken bescheren wird. Unter dem Strich ist „Cold day memory“ jedoch nicht mehr als ein etwas langatmiges bis betagtes Best Of des Portfolios von Produzent Johnny K, der den achten Sevendust-Output ab sofort als alleinige Referenz bei seinen nächsten Auftraggebern vorlegen kann.

Anspieltipps:

  • Karma
  • Better Place
  • The End Is Coming

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