Rhapsody Of Fire - The Frozen Tears Of Angels - Cover
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Rhapsody Of Fire The Frozen Tears Of Angels


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Enttäuschung ist „The Frozen Tears Of Angels” nicht geworden. Dennoch scheinen sich Rhapsody Of Fire an einem Scheideweg zu befinden.

Eine erzwungene Namensänderung, Streit mit dem Plattenlabel und nicht zuletzt eine Veröffentlichungspause von mehreren Jahren: was wie der Plot von „Spinal Tap 2“ klingt, ist ironischerweise nichts anderes, als die jüngste Bandgeschichte der „Film-Score-Metaller“ von Rhapsody Of Fire (ehemals Rhapsody). Vier Jahre ist es her, dass der scheinbar unaufhaltsame Aufstieg der Band um Gitarren-Ass Luca Turilli ein jähes Ende nahm. Das ehemalige Label Magic Circle Music hatte Großes mit der Band vor. Auf den immer opulenter werdenden Alben spielten endlich ganze Symphonieorchester und sogar Schauspieler-Legende Christopher Lee konnte dazu gewonnen werden, mit seiner weltbekannten Stimme den Märchenonkel zu geben.

Mit der neuen Plattenfirma Nuclear Blast im Rücken geht es jetzt also zwangsläufig wieder ein bisschen zurück zu den Wurzeln. Auf „The Frozen Tears Of Angels“ lösen Samples die opulente Orchestrierung der vergangenen Alben ab – und ja: die neue Scheibe ist tatsächlich ein ganzes Eck mehr Metal, als es beispielsweise „Symphony Of The Enchanted Lands Part II“ war. Doch der Reihe nach: Natürlich startet auch die neue Scheibe wieder mit einem ausladenden Intro („Dark Frozen World“), abermals vorgetragen von Christopher „Saruman“ Lee. Dem inzwischen über 80jährigen Schauspieler scheint die Musik der italienischen Metalband tatsächlich am Herzen zu liegen – oder er nutzt die Gelegenheit geschickt, sein erstes eigenes Album ins Gespräch zu bringen. Wie dem auch sei, natürlich veredelt Lee auch diesmal wieder Songs wie den netten Opener „Sea Of Fate“, der schnell, hart und eingängig daherkommt.

Das gleiche trifft auch auf das darauf folgende „Crystal Moonlight“ zu, bevor „Reign Of Terror“ in Sachen Härte noch eins draufsetzt. Selten zuvor hat man einen so aggressiven Rhapsody-Of-Fire-Song gehört! Eine kurze Verschnaufpause folgt mit dem folkig angehauchten „Danza Di Fuoco E Ghiaccio”, bevor anschließend wieder kräftig das Gaspedal durchgetreten wird. Leider kann die zweite Hälfte des Albums nicht das halten, was die erste versprochen hat. „Raging Starfire” und „On The Way To Ainor” sind nicht mehr und nicht weniger als durchschnittliche Power-Metal-Songs und auch die Ballade „Lost In Cold Dreams” kann mit vergleichbarem Material aus der Bandgeschichte einfach nicht mithalten. Selbst das überlange Epos „The Frozen Tears Of Angels” überzeugt nicht so recht.

Somit bleibt am Ende ein zwiespältiger Eindruck. Sicherlich, eine Enttäuschung ist „The Frozen Tears Of Angels” nicht geworden. Dennoch scheinen sich Rhapsody Of Fire an einem Scheideweg zu befinden. Ohne die Begleitung eines echten Orchesters begibt sich die Band zurück auf das Niveau einer guten, wenn auch nicht außergewöhnlichen Power-Metal-Formation, zumal das neue Material in sich schlüssig wirkt, aber nichts mit der Leichtigkeit gemeinsam hat, die beispielsweise einen Song wie „Emerals Sword” auszeichnete.

Anspieltipps:

  • Sea Of Fate
  • Crystal Moonlight
  • Danza Di Fuoco E Ghiaccio

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