As I Lay Dying - The Powerless Rise - Cover
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As I Lay Dying The Powerless Rise


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Was für ein saublödes Understatement! Eine Platte „The powerless rise“ zu nennen, wenn sie einem das Gehirn zu Mus zerstampft, das Trommelfell in Fetzen schneidet und als Ganzes durch den Fleischwolf dreht, ist mehr als nur unverantwortlich. Wie sollen die Metalcore-Kiddies, die bislang nur hartes Zeug wie Bullet For My Valentine an ihre zarten Öhrchen gelassen haben, wissen, dass sie mit der neuen As I Lay Dying eine Urgewalt in ihre vier Wände lassen, die keine Skrupel hat, jene in Schutt und Asche zu legen? Bevor das hier allerdings zu einer Gebrauchsanweisung für alle weichgekochten Eier da draußen wird, konzentrieren wir uns doch lieber auf das dicke Gemächt, das uns As I Lay Dying mit ihrer fünften Langrille beschert hat.

Ohne Umschweife geben Tim Lambesis (Gesang), Phil Sgrosso (Gitarre), Nick Hipa (Gitarre), Josh Gilbert (Bass) und Jordan Mancino (Schlagzeug) dem Hörer in den ersten drei Tracks („Beyond our suffering“, „Anodyne sea“, „Without conclusion“) sofort ungefragt ordentlich einen in die Fresse, verbinden den ansonsten lästigen Klargesang wunderbar mit knüppelnden Argumenten in „Parallels“, wildern mit „The plague“ aufgrund markiger Growls kurz in Death Metal-Gefilden und kommen anschließend mit der ersten Verschnaufpause namens „Anger and apathy“ ums Eck, die zwar ebenfalls die Daumenschrauben anzieht, aber durch klar gesungene Vocals und zuckersüßer Melodie schon fast zu offensichtlich ein Kandidat für die erste Singleauskoppelung darstellt.

Dafür darf „Condemned“ ungebremst im Geschwindigkeitsrausch vorbei zischen, „Upside down“ sich ein As I Lay Dying-typisches Duell aus Blastbeats, kariesförderndem Gesang, wütendem Geschrei und Thrashriffs liefern, während „Vacancy“ die härtere Variante von „Anger and apathy“ darstellt und „The only constant is change“ als brettharte, aber etwas ideenlose Hookline aus den Boxen kriecht. Den Abschluss garnieren die Kalifornier hingegen besonders schmackhaft: „The blinding of false light“ wechselt anfänglich zwischen ruhigen bis versöhnlichen Midtempo-Gebärden als auch prügelnden Angelegenheiten, jagt den Hörer im Mittelteil aber ohne Widerrede in den Moshpit, wo er dann bis zum stimmungsvollen Ausklang verweilt.

„I would see how the song felt and what it invoked in me and then write based on that“ erklärt Lambesis die veränderte und fruchtvolle Arbeitsweise beim Schreiben der Texte, deren Quintessenz darin besteht, nicht alles zu machen „was die moderne Gesellschaft uns diktiert“. Mit einigen der technisch anspruchvollsten Kompositionen im Portfolio der fünfköpfigen Truppe und ihrem ungetrübten Gespür für brutale, vor sich hin knüppelnden Passagen, die stets melodisch und nachvollziehbar bleiben, erreichen As I Lay Dying zusätzlich ein neues Level der Aggressivität im Metalcore und pulverisieren die durchwachsene Vorstellung des Vorgängers „An ocean between us“ (08/2007) zu Staub.

Anspieltipps:

  • The Plague
  • Condemned
  • Anodyne Sea
  • The Blinding Of False Light

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