The Stooges - Raw Power (Deluxe Edition) - Cover
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The Stooges Raw Power (Deluxe Edition)


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 103 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Als so genannte „Legacy Edition“ erscheint das Werk pünktlich zur Aufnahme der Stooges in die „Rock and Roll Hall of Fame“ noch einmal.

Mit gerade einmal drei Studioalben in sechs Jahren Bandgeschichte, in der Zeit von 1967 bis 1973, zementierten The Stooges um Frontmann Iggy Pop ihren Ruf als rüde Garagen-Punkrocker, mit dem sie ganze Generationen von Musikern beeinflussten. Dabei waren die Alben „The Stooges“ (1969), „Fun House“ (1970) und „Raw Power“ (1973) kommerziell alles andere als Selbstläufer, was wohl auch zum Ende der am Schluss total zerstrittenen Band führte.

Dass es die Stooges mehr als drei Dekaden nach ihrer Auflösung mit dem halbgaren Studioalbum „The Weirdness“ (03/2007) noch einmal wissen wollten, darf man getrost verschweigen. Und mit dem Tod von Gittarist Ron Asheton im Januar 2009 dürfte das Kapitel The Stooges ein für allemal erledigt sein. Dennoch wird die Plattenindustrie nie müde, überarbeitete Version der legendären Stooges-Alben auf den Markt zu bringen.

Nachdem Warner Bros. zuletzt vor fünf Jahren die ersten beiden Werke als liebevoll aufgemachte Deluxe Editionen herausbrachte, ist nun Sony Music mit „Raw Power“ dran, da das ursprüngliche Werk bei Columbia Records erschien. Mit Platz 185 in den US Billboard Charts war das von David Bowie angeschobene Comeback abermals keine kommerzielle Sternstunde und auch musikalisch offenbarten The Stooges Schwächen. Trotzdem war „Raw Power“ so etwas wie der Startschuss für den Punkrock, mit zum Teil herrlich grobschlächtigen Songs wie „Your pretty face is going to hell“, „Search and destroy“ oder dem Titeltrack „Raw power“.

Als so genannte „Legacy Edition“ (die von Sony Music im Jahr 1997 erstmals angeboten wurde) erscheint das Werk pünktlich zur Aufnahme der Stooges in die „Rock and Roll Hall of Fame“ um eine zusätzliche CD ergänzt als Doppelalbum im schönen Digipack sowie als Super-Luxus-Ausgabe mit Bonus-DVD, Begleitbuch, Fotos, Vinyl-Single und anderem Schnickschnack, der den Preis in schwindelerregende Höhen treibt. Dabei reicht das normale Doppelalbum vollkommen aus.

Darauf befindet sich das 34 Minuten kurze Originalwerk, das von Mark Wilder (Miles Davis, Michael Jackson, Sting) erneut gemastert wurde, aber unter Berücksichtigung der Hörgewohnheiten im Digitalzeitalter immer noch absolut grausam klingt, sowie ein Live-Mitschnitt aus dem Oktober 1973. Dieser wurde im „Richards Club“ in Atlanta aufgenommen und zeigt die Stooges als wild gewordene Rock’n’Roll-Stiere, die mit ihrer Performance jeden Club in Brand setzen können.

Im Vergleich zu den Studioaufnahmen spielt die Band wesentlich agiler, was auch an der Unterstützung von Pianist Scott Thurston liegt, der den Songs mit seinem Spiel zu einer verbesserten Klangfarbe verhilft. Die Tracks werden dabei durch Improvisationen gestreckt und klingen durch veränderte Arrangements „erwachsener“. Da der Live-Sound zudem besser als der Studio-Sound ist (der Einsatz von Kopfhörern ist allerdings nicht empfehlenswert!), trägt die Bonus-CD entscheidend dazu bei, dass die neuerliche Veröffentlichung von „Raw Power“ einen echten Mehrwert im Vergleich zu früheren Re-Releases hat.

Anspieltipps:

  • Head on (Live)
  • Gimme danger
  • Cock in my pocket
  • Search and destroy (Live)
  • Your pretty face is going to hell

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