Ellie Goulding - Lights - Cover
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Ellie Goulding Lights


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das scheue Songwriter-Reh und der hippe Produzent – das hätte schief gehen können.

Endlich scheint England, immerhin das Mutterland der Popmusik, wieder eine Ader für trendige Sounds und zukunftsträchtige Künstler gefunden zu haben, nachdem der zur Mitte der 2000er Jahre explodierten Indie-Gitarren-BritPop-Welle um Bands wie Maxïmo Park, Franz Ferdinand, Arctic Monkeys, Bloc Party, The Libertines, The Futureheads und The Kooks inzwischen ganz deutlich die Luft ausgegangen ist. Mit vornehmlich weiblichen Acts aus der Songwriter-Pop-Ecke wie Marina Diamandis, Florence Welch, Adele und Kate Nash werden die Charts aufgerollt und junge Künstlerinnen wie Lena Meyer-Landrut inspiriert.

So konnte man auf Lenas Debüt „My Cassette Player“ bereits einen Song aus der Feder von Elena „Ellie” Jane Goulding (23) hören, bevor ihr Erstlingswerk „Lights“ (Nummer eins in England) überhaupt in Deutschland zu kaufen war. Dies ist offiziell erst jetzt, eine Woche nach der „My Cassette Player“-Veröffentlichung, zusammen mit dem Debüt von Marina And The Diamonds („The Family Jewels“) möglich, wodurch der geneigte Hörer gute Vergleichsmöglichkeiten hat.

Ellie Goulding stammt aus dem Ort Hereford an der englisch-walisischen Grenze. Seit zwei Jahren lebt sich in London, wo sie ihren ersten Plattenvertrag mit Polydor Records unterschrieb. Dass sich gleich ein Majorlabel auf die Newcomerin stürzte, ist sicher auch eine Folge des aufkeimenden Hypes um junge Songwriterinnen von der britischen Insel, im Fall von Ellie Goulding aber vertretbar und goldrichtig. Zusammen mit dem Londoner Songschreiber, Produzenten und viel beschäftigten Remixer Starsmith (Lady Gaga, Timbaland, Kylie Minogue, Little Boots, Mika) entwickelte die 23-Jährige einen frischen Sound, der aus ursprünglich auf der Akustikgitarre entstandenen Folksongs mit zugeführten Keyboards, Synthesizern und Beats moderne Popsongs zaubert, ohne die Grundideen eben jener zu vergewaltigen.

Das scheue Songwriter-Reh und der hippe Produzent – das hätte schief gehen können. Doch „Lights“ entpuppt sich als leichtfüßiges Popalbum mit vielen feinen Melodien und einem zeitgemäßen Sound – also quasi die Lady-Gagasierung des Songwriter-Pop, der sich einen letzten Rest Indie- und Clubsound bewahrt hat und deshalb glaubhaft und sympathisch klingt. Daraus resultiert ein in sich stimmiges Popalbum ohne Ausfälle, das freilich noch Luft nach oben lässt, die Erwartungen aber auch nicht enttäuscht. Irgendwas muss ja auch an diesem Sound dran sein, wenn man hört, dass auch Katie Melua auf ihrem neuen, bald erscheinenden Album ähnliche Wege einschlagen will.

Anspieltipps:

  • The writer
  • Guns and horses
  • Everytime you go
  • I'll hold my breath
  • This love (will be you downfall)

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