Fact - In The Blink Of An Eye - Cover
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Fact In The Blink Of An Eye


  • Label: Hassle Records
  • Laufzeit: 34 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Selten schafft es eine Band aus dem Land der aufgehenden Sonne in den Westen. Dir en Grey gehört da schon zu den großen Ausnahmen. Woran es liegt, kann nur weiter drüber gerätselt werden. Die kindliche Elektronik vergangener Tage ist längst nicht mehr vorhanden und damit bleibt eigentlich nur die Sprachbarriere. Für viele ist japanisch nur ein Kauderwelsch und man kann es kaum verübeln, denn ob da jetzt arabisch, russisch oder chinesisch gesungen wird, ist für viele kaum erkenntlich. Das dürfte auch der Fakt sein, warum Fact es geschafft haben, einen Plattenvertrag im Westen zu ergattern, denn sie singen auf Englisch. Fünf Rocker der Marke Bullet For My Valentine, die immer nur mit typisch asiatischen Masken auftreten. Da ist der Widererkennungswert vorhanden und mit etwas Glück versteht man auch den Text.

Power-Pop meets Post-Rock meets Metal dürfte die grobe Genrebeschreibung lauten. Hier wird gesungen und geschrieen, was das Zeug hält, dass die Menge nur so springt. Genug melodische Momente sind durch den zumeist klaren Gesang und wenig geshoute jedoch gegeben. Der Post-Hardcore, den einige Kritiker in der Band sehen, geht durch den recht konventionellen Gesang zwar nicht verloren, erschafft aber diese Power-Pop-Atmosphäre, die dem Album eine größere Zugänglichkeit für die breite Masse gibt. Da hilft es auch nicht, das Artwork des Albums psychopathisch angehaucht zu gestalten. Fact aus Japan sind einfach nur richtig laute Rocker, die zwar Post-Wurzeln haben, aber nicht annähernd an die Härte der Vorzeige-Band des Genres At The Drive-In herankommen. Daran ist auch eine Weihnachtliedverschandelung („Silent Night“) schuld, die weder witzig, noch wirklich peppig ist.

Natürlich muss man festhalten, dass der Stil, den die Japaner kultivieren gefragter ist und mehr Anklang findet. Der Erfolg im Heimatland spricht schließlich Bände. Wieder lässt sich allerdings eine Parallele zu Bullet For My Valentine ziehen. Es fehlt dem Werk an Abwechslung und an der besonderen Note. Zu schnell ist die Richtung und Art der Band aufgedeckt. Überraschungen sucht man nach spätestens drei Liedern vergebens. Wirklich abgedreht oder besonders sind die Jungs jetzt nicht. Sie wenden sich lediglich einem Sub-Genre zu, dass noch nicht so im Fokus steht, was sie für einige Menschen interessant machen dürfte. Die musikalische Erfrischung, die sie versprechen verfügt jedoch über keine allzu lange Halbwertzeit.

Anspieltipps:

  • In The Blink Of An Eye
  • Sunset
  • Silent Night

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