Blunt Mechanic - World Record - Cover
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Blunt Mechanic World Record


  • Label: Grand Hotel van Cleef
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

In Seattle gibt es einen Gitarrenlehrer namens Ben Barnett. Nachdem er den Kids die Akkorde gelehrt hat, nimmt er neben seinen Gitarren auch die Schlagstöcke in die Hände und spielt als Blunt Mechanic seine Songs ein, die er Spur um Spur auf Vordermann bringt. Als Multiinstrumentalist (Keyboards, Bass) und Einzelgänger bastelte er sich sein Album „World Record“ zusammen. Beim ersten Durchlauf klingt das auch wie eine wacklig zusammengebaute Spielzeugwelt, in der neben der Blechtrommel eine verstimmte oder übersteuerte Stromgitarre mit einer nölenden Gesangsstimme konfrontiert wird.

Hat man jedoch das Konzept von Blunt Mechanic in die richtigen Kanäle geleitet, dann wächst einem „World Record“ richtiggehend ans Herz. Man spürt wie liebevoll Ben Barnett seine Songs eingespielt hat, wie spannend seine Gitarrensoli und -läufe mit dem scheppernden Schlagzeug Zwiesprache halten. Mittendrin die gesungenen Texte, in denen Emotion, simple Wahrheiten und Skurrilitäten Hand in Hand gehen. Blunt Mechanic versteht es im Lärm die Melodie zu finden, im Punk Folk, im Indie-Rock Pop.

Die bunte mechanische Spielzeugwelt (man beachte das gelungene Coverartwork) funktioniert einerseits wie ein Uhrwerk, andererseits scheint sie sich zu verselbständigen und zu schweben. Die Leichtigkeit des Pop im lärmend vibrierenden Indie-Rock. Da lugt mal der Charme Dan Treacys (Television Personalities) um die Ecke, wenn der „Pop Song“ angestimmt wird oder man wähnt sich im Pavement-Kosmos, wenn die E-Gitarren auf „Enough“ in die Leere des weißen Lärms laufen. Letztlich funktioniert „World Record“ weil Ben Barnett Songs schreiben kann und diese trotz der (wahrscheinlich hektischen) Spur-um-Spur-Arbeit immer entspannt und lässig ins Gehör spazieren.

Von nichts kommt natürlich nichts, deshalb sei noch erwähnt, dass Barnett der Kopf von Kind Of Like Spitting war und mit Ben Gibbard (Death Cab For Cutie) das Projekt Cash Money Bros. am Laufen hatte. Gründungsmitglied war er bei The Thermals, die er nach dem ersten Album verließ. Wie gut, dass er nun als Blunt Mechanic in Erscheinung getreten ist. Von Ben Barnett dürfen wir noch einiges erwarten.

Anspieltipps:

  • Aluminium And Light
  • Is Or Isn’t All The Same
  • Pop Song
  • Enough
  • Get Home Safe

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