Thunderstorm - Nero Enigma - Cover
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Thunderstorm Nero Enigma


  • Label: Dragonheart/SOULFOOD
  • Laufzeit: 51 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Eigentlich ist es mittlerweile ziemlich vorhersehbar und billig in einer Doom-Metal-Kritik Namen wie Black Sabbath oder Candlemass anzuführen, wenn es darum geht eine ähnlich geartete Band mit den Legenden der Zähflüssigkeit zu vergleichen. Thunderstorm wollen es aber angesichts ihrer Spielart und -weise wegen ohnehin nicht anders und wenn der Promozettel erklärt, hier handelt es sich um die „heroes of the underground Doom Metal“, dann muss es erst recht dazu kommen. Kurz und schmerzlos lautet das Urteil dann (wie schon bei den vier Alben davor): Fabio Bellan (Gesang, Gitarre), Omar Roncalli (Bass) und Attilio Coldani (Schlagzeug) liefern ganz ordentliche Genrekost ab, können aber qualitativ nie auf derselben Stufe mitspielen wie die ganz Großen.

Die Italiener würden mit „Nero enigma“ dieses Mal das Hauptaugenmerk aber sowieso gerne auf einen ganz anderen Aspekt lenken und dieser liegt im Albumkonzept begraben. Thunderstorm wollen mit ihrer fünften Langrille jeden Song einem Opfer eines fiktiven Mörders widmen, dessen Geschichte während der Gesamtlaufzeit der Platte aufgerollt werden soll. So spannend diese Idee in den Händen von Experten für atmosphärische und filmreife Musik sein könnte, so blutleer ist sie bei Thunderstorm. Gerade einmal der Abschluss „Modus operandi“ beginnt mit einer stimmungsvollen Tonbandaufzeichnung, die inmitten der ansonsten zwischen fünf und acht Minuten zu Buche schlagenden Tracks aber vergleichsweise kurz gehalten ist und nach über einer Dreiviertelstunde auch nicht mehr die Kohlen aus dem Keller zu holen vermag.

Schuld sind uninspirierte Riffs, langgezogene Instrumentalpassagen, fehlende Dramaturgie in den einzelnen Kompositionen und der daraus resultierende, fehlende rote Faden bzw. etwas an das sich der Hörer klammern kann. Das Trio spielt „Nero enigma“ stur hinunter, streut gelegentlich klassische Heavy-Metal-Strukturen hinein, behaart auf ein fixes Tempo und reißt daher zu keiner Sekunde wirklich mit. Spärlich gesäte Geistesblitze wie der 20 Sekunden vor Schluss einsetzende Ritt durchs Unterholz in „When April dies“ oder zartere Klänge wie bei „5025“ sind einfach zu wenig um bei Laune zu halten, auch wenn der Gesamteindruck etwas positiver ausfällt als beim schwachen Vorgänger „As we die alone“ (03/2007).

Anspieltipps:

  • 5025
  • Monologue

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