Nayekhovichi - Klezmer Is Dead - Cover
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Nayekhovichi Klezmer Is Dead


  • Label: Laika Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wir bewegen uns auf den Spuren der wohl einzigen Klezmer-Garagenband, die sich auf unserem Erdball tummelt. Dafür lassen wir uns musikalisch weit über den Osten tragen und legen eine punktgenau platzierte Landung in Moskau hin. Man kommt ja nicht gerade regelmäßig hier vorbei, deshalb müssen auch wir uns erstmal orientieren. Also..... die Formation nennt sich Nayekhovichi. Seit etwa 2004 sind vier der heutigen acht Musiker bereits zusammen aktiv. Damals eher musikalisch im Ethno-Jazz und in der russischen Folklore beheimatet, sind sie heute mächtig dynamischer und lebhafter unterwegs. Ihren Stil nennen Nayekhovichi Psychedelic Rock`n´Roll Klezmer. Dies unterschreiben wir ohne Umschweife.

Nayekhovichi zählen zur Avantgardeszene der heutigen russischen Musikkultur. Sie bereichern die junge Kulturszene und legen neue Aspekte in Sachen Klezmer aufs Parkett. Denn wer sich der jiddischen Volksmusikkultur so widmet wie die Musiker von Nayekhovichi, der erntet eine Menge Aufmerksamkeit unter der musikbegeisterten Bevölkerung. Ihre Mischung bzw. Abwandlung des urtypischen Klezmer ist schon äußerst gewagt. Die Musiker mischen traditionelle Klezmer-Melodien und jiddische Volkslieder mit sowjetischen Popattitüden, wildem Punk, russischer Volksmusik und klassisch angehauchtem Rock. Die Band erschafft völlig neue Musiksongs. Ist sich nie zu schade, gelinde ausgedrückt lässt sich die Band selten dazu hinreißen, ein „kleines“ Verständnis für das Original aufzubringen. Entsprechend entfliehen die Stücke ihrer Urfassung ohne allerdings an Intensität, Spannung, Witz und Dynamik zu verlieren. Ein irres Projekt.

Und so „irre“ das Projekt anmutet, so ausgeflippt, abgedreht und unfasslich sind auch die acht Stücke der „Klezmer Is Dead“ CD – der Titel ist angelehnt an die Aussage „Punk Is Dead“. Leider nur acht Stücke mit einer Laufzeit von nur 38 Minuten. Da hätten sicherlich ein paar mehr Songs gepresst werden dürfen. Aber okay, einen ersten lebhaften Eindruck gewinnt man auf jeden Fall mit der CD. Ein sehr buntes Repertoire. Eines sollte man allerdings bereits vorausschicken: Nayekhovichi ist live ein absoluter Knaller. Eine mitreißende Bühnenshow erwartet den Musikfan.

„Klezmer Is Dead“ - furios und atemraubend. Aus Vier mach Acht. Nayekhovichi nun in Orchesterbesetzung mit: Vanya Zhuk (Gitarre, Organ, Piano, Vocals), Max Karpycheff (Klarinette, Saxofon), Mitya Khramtsoff (Bass, Violine), Fedor Mashendzhinov (Drums), Alik Drobinsky (Klarinette, Flöte), Sergey Romanoff (Akkordeon), Vadim Yagman (Trompete) und Zheka Lizin (Tsimbl – ein orientalisches Hackbrett). Dazu gesellen sich weitere drei Stimmen mit Daniel Kahn – Sänger und Akkordeonist an der Seite der deutsch-amerikanischen Formation The Painted Bird, sowie Psoy Korolenko und Mila Kikina aus Russland.

Anspieltipps:

  • Rezinke
  • The Beauty Of 17
  • Rumenye

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