High On Fire - Snakes For The Divine - Cover
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High On Fire Snakes For The Divine


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Schneckentempo den Kopf schütteln oder mit 180 gegen die nächste Wand krachen? Vor dieser alles entscheidenden Frage standen in letzter Zeit viele Gruppierungen des Heavy Metal und wählten dabei stets die tempomäßig gedrosselte Variante. Egal ob Chimaira mit „The infection“ (04/2009) untere Drehzahlen bevorzugten, der Black-Sabbath-Spinoff Heaven And Hell mit „The devil you know“ (04/2009) aus den modrigen Gräbern kroch, die Supergroup Shrinebuilder das selbstbetitelte Debüt (10/2009) in dunkel-düstere Lavariffs hüllte oder Bison B.C. nach ihrem vorbildhaften Erstling mit „Quiet earth“ in genau einem Monat ein wütendes Monster aus Sludge Metal, Stoner Rock und Doom Metal auf die Welt loslassen, walzendes Liedgut direkt aus den Niederungen der Hölle ist gefragter denn je.

High On Fire aus Oakland, Kalifornien schaffen es abseits dieser Herrschaften sogar einen kleinen Hype um ihre Persönlichkeiten loszutreten und werden gar als die rechtmäßigen Thronfolger von diversen legendären Gruppierungen angesehen, obwohl das Dreiergespann rund um Matt Pike (Gesang, Gitarre), Jeff Matz (Bass) und Des Kensel (Schlagzeug) im Bezug auf Qualität nicht gerade konsequent ist und mit seinen Longplayern oft und gerne die Richtung wechselt. Da wurde schon mal dem Thrash gehuldigt oder ausgiebige Rhythmusexperimente durchexerziert, das Prinzip, grollende Musik ohne Kompromisse anzubieten, hat sich aber nie geändert. „Snakes for the divine“, der mittlerweile fünfte Longplayer der Amerikaner, macht hier keine Ausnahme, selbst wenn dieses Mal etwas mehr Auflockerung den neun Kompositionen nicht geschadet hätte.

Viele Passagen mäandern ohne greifbares Ziel vor sich hin, der eine oder andere musikalische Unterbau schwächelt aufgrund von Ideenlosigkeit, die Hälfte der Songs versinken in Repetition und die weiche, tiefenlastige Produktion aus der Hand von Greg Fidelman (Slayer, Metallica, Slipknot) macht es einem nicht unbedingt einfach, sich in diesem Vorhof zwischen Satyriconscher Polterstimmung und hart rockenden Candlemass-Grooves zurechtzufinden. Doch High On Fire gelingt es trotzdem den Hörer wegen so mancher Riff- oder Klangkanonade in den sauren Apfel beißen zu lassen und die Songs mehrere Durchgänge lang auf sich wirken zu lassen.

Dies führt zwar nicht unbedingt dazu, „Snakes for the divine“ plötzlich als Meisterwerk anzusehen, aber die schwächeren Stücke werden letztendlich gebilligt und mit starken, sich in Trance spielenden Vulkanen wie „Ghost neck“, „How dark we pray“ oder dem Titeltrack präsentiert sich das fünfte Machwerk der Kalifornier rein atmosphärischer Natur wie aus einem Guß, nur eben mit fehlerhaften Einschlüssen in Form von Wiederholung und Monotonie, die für einen gnadenlos heranpreschenden Kinnhaken aus vor Energie berstenden Riffs geopfert werden. Bei Platten, die apokalyptische Tendenzen besitzen, müssen Teufelskreise dieser Art aber ohnehin hingenommen werden und wem es nicht passt, der muss das Teil ja nicht hören.

Anspieltipps:

  • Ghost Neck
  • How Dark We Pray
  • Snakes For The Divine

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