Lyambiko - Something Like Reality - Cover
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Lyambiko Something Like Reality


  • Label: Classical/Sony Music
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Konter wie gemalt. Lyambiko sorgt wieder für frischen Wind in der Szene und setzt neue Standards.

Mit „Saffronia“ teilte die Deutsch-Afrikanische Sängerin 2008 die Nation. Die einen waren sehr angetan von den neuen Interpretationen bekannter Nina-Simone-Klassiker, die anderen dagegen von ihrer Kühle und vermeintlichen Gefühllosigkeit eher abgeschreckt. Trotz aller Kritik wurde das Album für einen Echo nominiert. So geht’s im Musikbusiness. Lieferte Lyambiko bis dahin ein perfekt ansprechendes und abgestimmtes Album nach dem anderen ab – seit 2002 bis „Saffronia“ fünf Alben – so zog sie sich mit der Hommage an Nina Simone einige Kritiker ins Boot. Mit „Something Like Reality“ gelingt Lyambiko aber wieder ein breit angelegter großer Wurf. Wunderbare groovige Jazz- & Soulmusik erwartet den Hörer. Viele eigene Kreationen und fein ausgewählte Covers bestechen durch Klarheit und Intension.

Es ist doch immer wieder interessant, wenn die Meinungen auseinander gehen. Dies birgt Qualität und öffnet ein interessantes Spannungsfeld. Jeder Kritik erhaben, sollte man jedoch nicht sein. Ist die in Berlin lebende Sängerin auch nicht und so zieht sie erneut 2010 ihre innovativen und wohl überlegten Kreise. Frischen Wind haucht sie mit ihren Stücken der aktuellen Produktion „Something Like Reality“ ein. Dies an der Seite eines bewährten, etablierten und erstklassig eingespielten Trios mit Marque Lowenthal am Piano, Robin Draganic am Bass und Heinrich Köbberling am Schlagwerk.

Die Auswahl ihrer Songs ist wohltemperiert. Eine Mischung aus Jazz, Soul, Pop, R&B und Swing – angehaucht und untermauert von einem dezent, leichtfüßigen Bläsersatz. Dies ist neu und sollte sich in den zukünftigen Machenschaften der Sängerin etablieren. Facettenreich und vielschichtig swingen und grooven im gewohnten Basic-Lyambiko-Sound die Stücke, werden immer mal wieder konzentriert im gleichen Rhythmus auf einen balladesken Siedepunkt zurückgefahren. Zur vollen Entfaltung kommt dabei Lyambiko´s klare und transparente Stimme. Woher die musikalischen Einflüsse der Band und der Sängerin zeugen, davon erzählen vier Coverversionen. Ein Highlight sicherlich der Song „Black Hole Sun“ der Grunge-Formation „Soundgarden“ - ein reizvoller Widerspruch. Ebenfalls erwähnenswert: „Crossroads“ von Tracy Chapman, Nat Adderley „Work Song“ und Earl Brent und Matt Dennis Komposition „Angel Eyes“. Ein perfekter Mix aus wunderbaren groovigen Songs und famosen Balladen. Gerade die Eigenkreationen gewinnen an Potential - „Taxi“, „Storm In A Teacup“ oder „Lies“ müssen sich nicht verstecken.

„Something Like Reality“-Kritiker werden begeistert sein. Hier braucht niemand auf Tauchstation zu gehen. Ein Konter wie gemalt. Lyambiko sorgt wieder für frischen Wind in der Szene und setzt neue Standards.

Anspieltipps:

  • Taxi
  • Angel Eyes
  • Black Hole Sun

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