Juta - Running Through Hoops - Cover
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Juta Running Through Hoops


  • Label: Arctic Rodeo Recordings
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

In Zeiten digitaler Veröffentlichungen, i-Tunes-Bonustracks und nachträglicher Verschönerungen missglückter Aufnahmen, gibt es tatsächlich noch Bands, die sich quasi darum reißen, mit einem Produzenten in sein altmodisches Tonstudio zu gehen, um dann nur mit analoger Technik zu arbeiten. Eine dieser Bands heißt Juta, Sängerin Barbara Adly wohnt in Montreal und der Rest der Band lebt in Italien. Das Quintett bzw. die italienische Fraktion jettete über den großen Teich zu Wunschproduzent Howard Bilerman, der schon Arcade Fire oder den leider verstorbenen Vic Chesnutt in sein Studio in Kanada gelockt hat. Diese Künstler musste Bilerman auch nicht von den Vorteilen althergebrachter Technik überzeugen, das scheint nicht nur in der Independent-Szene allzu bekannt.

Barbara Adly nahm mit Gitarrist Pierlugi Aielli schon früher im Alleingang einige Songs auf, doch die gesamte fünfköpfige Band verpasste den Songs dort den endgültigen Schliff. Jutas Debütalbum erblickt dank gütiger Mithilfe des Hamburger Labels Arctic Rodeo Recordings nun das europäische Licht der Welt, natürlich wie immer zusätzlich auch auf Vinylschallplatte.

Aus dem erwähnten Bilerman-Studio Hotel2Tango kamen elf Songs, die durch warme, zarte und echte Klänge, die sie nicht nur dem analogen Sound zu verdanken haben, den Hörer fesseln. Recht verhalten, fast zaghaft, offenbaren sie nach und nach ihre musikalischen Details und langweilen nie. Nach kurzer melodiöser Einleitung zeigt sich bei den meisten Tracks die ganze Band inklusive ihrer Instrumente. Neben der eindringlichen und gleichzeitig sanften Stimme Adlys begeistern die detailverliebten Songstrukturen, die zwar sehr einfach und trotzdem so gut klingen.

Zwei neunminütige Songs fallen auf: „Spoon River“ und „Monday's Haze“ glänzen zunächst mit den üblichen Folk-Pop-Faktoren, „Spoon River“ enttäuscht aber etwas mit mehrminütigem sphärischen Gesang, der den guten Anfangsteil nicht verbessert. Der Schlusstrack „Monday's Haze“ zieht sich sehr, obwohl die feine Melodie schon gefangen nimmt, das reicht aber eben nicht für neun Minuten Spielzeit.

Der einzige Kritikpunkt wäre daher nur eine gewisse Verspieltheit, die die restlichen Songs aber nicht besitzen, weil sie eher den exakten Punkt treffen. Die italienisch-kanadische Gruppe legt ein beachtliches Debüt vor und lässt für die Zukunft weitere sanfte Indie-Pop-Perlen erwarten.

Anspieltipps:

  • Wait
  • Where
  • All The Places
  • Untwined

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