Jack Johnson - To The Sea - Cover
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Jack Johnson To The Sea


  • Label: Brushfire/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Unterschied zu anderen Künstlern macht Johnson stimmige Alben und schielt nicht auf gute Singleauskopplungen.

Seit einigen Jahren geistert ein Phänomen durch die Musiklandschaft: Jack Johnson. Der mittlerweile 34jährige Hawaiianer, Surfer, Filmemacher und eben Vollblut-Musiker katapultierte sich in die Herzen und CD-Regale der Hörer. Dabei gelang ihm das mit schnörkelloser Popmusik, die Schublade Folk-Pop wurde dabei weit für ihn aufgerissen. Im Unterschied zu anderen Künstlern macht Johnson stimmige Alben und schielt nicht auf gute Singleauskopplungen, die von Lückenfüllern auf der Platte flankiert werden. Er besitzt ein einfaches wie geniales Konzept: Feine Melodien, gute Instrumentenauswahl und ohne Ende mit Eingängigkeit gesegnet, lautet sein Erfolgsrezept – und das neiden ihm seine Kritiker sehr.

Jack Johnson erkennt man im Radio blind, weil er ein Markenzeichen geschaffen hat: Den einfachen, guten Popsong, den so viele gern komponieren würden. Mit der langjährig eingespielten Band Zach Gill, Adam Topol und Merlo Podlewski komponierte er nun allein oder teilweise mit ihnen zusammen diese dreizehn neuen Songs. Eingespielt wurde das natürlich im Mango-Tree-Studio von Johnsons eigenem Label Brushfire Records, das auch andere Künstler produziert. Allerdings reiste Johnson ausnahmsweise auch nach Los Angeles, um Songs aufzunehmen oder abzumischen, recht ungewöhnlich für Mister Johnson, der er gilt als sehr heimatverbunden und familienbewusst.

Bei diesem sechsten Studiolongplayer gibt es diesmal etwas rockigere Klänge zu hören, denn „At or with me“ macht ordentlich Tempo und bindet das Schlagzeug stark ein und stellt mit seinem treibenden Musik und dem harmonischen Band-Gesang einen der besten Tracks der CD. Natürlich bleibt das alles im Rahmen, denn auch die sanften Schunkler fehlen keineswegs: „My little Girl“, eine gefühlvolle Liebeserklärung an seine kleine Tochter oder „Anything but the Truth“ und „Only the ocean“ beweisen die stimmlichen Leisetreter-Fähigkeiten des Hawaiianers, der nicht nur sehr bodenständig und umweltbewusst wirkt: Die Einnahmen von seinen Tourneen und ein Prozent der Albenverkäufe fließen in die Kassen von Umweltorganisationen.

„Red Wine, Mistakes, Mythology“ gehört mit über vier Minuten zu den längsten Tracks des Silberlings und zeichnet sich durch angenehmes flottes Tempo, reichlich passender Instrumentenauswahl fast schon wie in einer Jam-Session der Kategorie „erdig, warm und natürlich“ und dem unnachahmlich entspannten Gesang des Crooners Johnson aus. Auf früheren Werken, vor allem beim letzten „Sleep through the static“, gab es schon öfter folkrockige Songs zu hören, bekannt wurde Johnson aber eben mit seinen sanften Popsongs, er beherrscht aber beide Spielarten einfach bravourös, weil seine Spielfreude unüberhörbar zu sein scheint.

Anspieltipps:

  • No Good with Faces
  • At or With Me
  • Red Wine, Mistakes, Mythology
  • You and Your Heart

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