Robert Francis - Before Nightfall - Cover
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Robert Francis Before Nightfall


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Before Nightfall“ ist (noch) nicht der erhoffte große Wurf für Robert Francis.

Wer im Alter von 20 Jahren sein Independent-Debüt auf den Markt bringt und dafür uneingeschränkt gute Reviews erhält, ist heutzutage nicht zwangsläufig ein Kandidat für einen Majordeal. Bei dem Amerikaner Robert Francis hat es nach „One By One“ (08/2007) dennoch funktioniert und Atlantic Records sicherte sich die musikalischen Dienste des Kaliforniers, der seine erste Slide-Gitarre von Ry Cooder (!) geschenkt bekam und als Teenager Gitarrenunterricht bei John Frusciante (!!) von den Red Hot Chili Peppers erhielt.

Von Sommer 2008 bis März 2009 nahm Robert Francis sein erstes Album für Atlantic Records unter der Anleitung von Produzent D. Sardy (Oasis, Marilyn Manson, Red Hot Chili Peppers, Wolfmother, Jet) in verschiedenen Studios in Hollywood auf. „Before Nightfall“ erschien in den USA Ende Oktober 2009, konnte aber bis dato keine großen Bäume ausreißen. Das europäische Publikum war dagegen hellhöriger und ließ sich von der Singleauskopplung „Junebug“ bezaubern, die mit ihrem mitreißenden Refrain und der einschmiegsamen Stimme Francis’ sofort zum Radiohit mutierte.

Mit diesem kleinen Geniestreich können die übrigen Songs auf „Before Nightfall“ nicht mithalten. Das muss gleich vorweg gesagt werden, auch wenn das schlimmer klingt, als es tatsächlich wirkt. Denn der bald 23-Jährige zeigt nicht nur in Ansätzen, dass er die richtigen Singer/Songwriter-Gene im Blut hat, indem er seine Herzschmerzthemen in erdige Klanggewänder packt, die sich aus den Bereichen Blues, Country, Folk und Rock speisen. So erinnert ein Titel wie „I like the air“ durch ungewöhnlich viel Hall auf der Stimme und dezente Orgelklänge an 60er-Jahre-Rock á la The Doors, während „Keep on running“ atmosphärisch an einen Wallflowers-Titel gemahnt, aber genau wie das übrige Material ganz deutlich vom warmen Analogsound der 60er Jahre inspiriert ist.

„Before Nightfall“ ist (noch) nicht der erhoffte große Wurf für Robert Francis, aber durchaus eine Weiterentwicklung im Vergleich mit seinem Indie-Debüt, wie auch die Neueinspielung des Titeltracks „On by one“ zeigt. Mit den Möglichkeiten eines Majors lassen sich eben noch mehr Facetten aus einem Song herauskitzeln, wobei Mr. Francis natürlich aufpassen muss, dass die Seele seiner Songs nicht vom Mainstream-Wahn aufgefressen werden.

Anspieltipps:

  • Junebug
  • Hallways
  • Mescaline
  • Keep on running
  • Climb a mountain

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