Ikaria - Luxembourg - Cover
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Ikaria Luxembourg


  • Label: Cobretti Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit 2006 existieren Ikaria und befinden sich mittlerweile nicht nur beim zweiten Album „Luxembourg“, welches die Band nochmals gereifter als bei ihrem Longplayer-Debüt „Repair My History“ zeigt, sondern nach einem Zwischenstopp in Hamburg sind sie auch örtlich geerdet. Es ist die Hauptstadt Berlin geworden, wo das Debütalbum von Thom Kastning (Kate Mosh) aufgenommen wurde. Weiter nördlich, und zwar in einem kleinen schwedischen Dorf gab dieses Mal Produzent Mathias Oldén (Logh) dem Longplayer den richtigen Schliff, nachdem alte Pläne verworfen und alle elf Songs schlussendlich live eingespielt wurden.

Waren auf „Repair My History“ noch laute Moment zu finden, die gelegentlich im Hardcore a la Fugazi mündeten, so ist „Luxembourg“ deutlich besinnlicher, was der Gesamtwirkung sehr gut tut, dabei aber die Fixpunkte im Hintergrund verhallen lässt. Atmosphärisch stimmig, mit dicht gewobenen Gitarrensounds, weit greifenden Schlagzeug-Rhythmen und dunklen, eindringlichen Vocals ist der Opener „Parabolic“ eine Art Blaupause für die kommenden Tracks, die jede Menge Melancholie atmen. Dabei sind die Hoffnungsschimmer rar gesäht. Viel mehr regiert eine erdrückende Schwere, welcher man vor allem durch die starke Atmosphäre viel abgewinnen kann, sollte man sich darauf einlassen.

Lohnen wird es sich in jedem Fall, denn wenn bei „Seven Spires“ die Keyboards und der Gesang die sakrale Hymnenhaftigkeit mit dem Hauch von Aufbruch belegen, ist das definitiv ausgewogen und je nach Stimmung das Richtige, um sehnsuchtsvoll die dunklen Momente zu genießen. So auch das aufmunternde Glockenspiel in „Transmitter“, während als Abschluss dann doch die Sonne in Form von gradlinig voran schreitendem Wave-Pop bei „This One“ erscheint, zumindest wenn man sich die wenigen Schönwetterwolken wegdenkt, die noch am Horizont verweilen.

Diese dunkle Sicht auf die Dinge gehört auf „Luxembourg“ zum Programm und macht schließlich auch das Zwingende an einem Album aus, das nicht aus sich heraus kann und ebenso nicht will. Ikaria haben damit sicher nur einen Weg eingeschlagen, ohne sich darauf beschränken zu wollen. Stagnation ist das bei weitem keine, wenn auch zeitweise zu einlullend trüb, alllerdings mit musikalisch absolut herausragendenden Raffinessen und stimmig bis ins Mark.

Anspieltipps:

  • Parabolic
  • The Waitress No. 1
  • Transmitter
  • Seven Spires

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