Ólafur Arnalds - ... And They Have Escaped The Weight Of Darkness - Cover
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Ólafur Arnalds ... And They Have Escaped The Weight Of Darkness


  • Label: Erased Tapes/INDIGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Arnalds hat ein Händchen dafür, seine schöngeistige wie dramatische, doch stets nahbare Musik jedem näher zu bringen.

Der erst 23-jährige Isländer Ólafur Arnalds kann schon jetzt auf Veröffentlichungen zurückblicken, die zum Teil kostenlos angeboten werden, in aufwändigen CD/Vinyl-Versionen erscheinen und musikalisch auf nahezu perfekte Art Klassik mit komplexer Electronica verbinden. Dabei tritt die Faszination direkt auf den Hörer über, entführt ihn in andersartige Welten, die aufgrund der Natürlichkeit des Künstlers so bodenständig tönen. Nicht die verkopfte Neo-Klassik-Elite wird hier angesprochen, sondern Melancholie offen gegenüberstehende Musikhörer aus so vielen Genres.

Ólafur Arnalds hat ein Händchen dafür, seine schöngeistige wie dramatische, doch stets nahbare Musik jedem näher zu bringen, der sich darauf einlassen kann, die Welt da draußen ruhen zu lassen und Raum zu lassen für ruhende, spannungsvolle Arrangements voller Zartheit und Spielfreude. So auch auf „...And They Have Escaped The Weight Of Darkness“, das erstmals auf einer größeren Anzahl an Instrumenten basiert, dabei aber das markante Klavierspiel des Isländers wunderbar mitnimmt. Die elektronische Komponente reduziert sich und lässt Platz für Violinen, Cello, Bläser, Schlagzeug, Bass und eben eine verzückende Gesamtstimmung.

Die bei den bisherigen Werken von Ólafur Arnalds noch nicht bekannte vielseitige Instrumentierung gibt dem Album eine Dringlichkeit und Eleganz, deren Enthusiasmus in jeder Sekunde zu spüren ist. Das sich erhebende Schlagzeug in „Þau hafa sloppið undan þunga myrkursins” bricht verspielt die kammermusikalische Ausgangslage auf, während die Bläser weiter den Horizont erweitern, der Spielfreude die Krone aufsetzen und was mit dem Opener-Zweigespann „Þú ert sólin“/„Þú ert jörðin” samt Piano-Tupfern und empor steigenden Geigen so zart abwartend begann, in ein lebensfrohes Gesamtkunstwerk verwandeln. Gerade die im Kontext schon als laut und wild zu nennenden Percussion-Elemente machen deutlich, auf welchem Weg der Isländer ist und wie sehr mittlerweile mit ihm zu rechnen ist.

Anspieltipps:

  • Þú ert sólin
  • Þú ert jörðin
  • Hægt, kemur ljósið
  • Þau hafa sloppið undan þunga myrkursins

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