Lost In Desire - Lost In Desire - Cover
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Lost In Desire Lost In Desire


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die alte Hauptstadt der Musik schlägt wieder zu. Wien weiß ein neues Talent aus den eigenen Reihen und lässt es diesen Mai auf Europa los. Seinen Namen hergeben will der junge Mann, der sich unter dem eingetragenen Namen „Lost in Desire“ vermarktet. Dieser passt natürlich auch superb zu seiner Wave-Pop-Musik, die der junge Mann in knapp fünfzig Minuten zelebriert. Um diesem Genre gerecht zu werden, gibt es Spoken Words, Elektronik der schwergewichtigen Marke und emotionalen Gesang. In bester Manier hört sich das dann an, wie der imposante Eröffnungstitel „Vampire“. Thematisch spricht er klar den Wave und den Gothic im Pop-Fan an, wobei Struktur und Instrumentalisierung nie so düster werden, dass der konventionelle Pop-Fan nicht mehr mag.

Die traurige Grundstimmung bleibt dem Elektro-Potpourri durchgängig erhalten. Da kann Stephan… Verzeihung, Lost In Desire behaupten was er will, aber so groß ist die Vielfalt des Sounds nicht. Dafür geht er zu direkt den Wave-Ideen seiner Musik nach. Da wird es in „I Am You“ auch mal dezent rockig, aber nur so weit, dass die Epik der Melancholie nicht verloren geht. Wirklich düster wird es dann in der Mitte des Silberlings mit dem wütenden „Blow My Mind“ und dem hoffnungslos erscheinenden „Losing Control“. Mehr Theatralik und noch mehr Spoken Words haben zur Folge, dass die anfängliche Kompatibilität bei vielen Hörern wohl verloren geht, was aber nur die Konsequenz des Musikers widerspiegelt.

Verwirrend ist dann der Abschluss der Platte, der mit „Artificial Love“ wieder mehr wie der Beginn der Platte klingt und „All Alone“ auch noch die Möchtegern-Dancefloor-Nummer mimt. Wirklich böse kann man dem Talent aber nicht sein, wenn er mit „I Am Drama“ tausendprozentig den Titel wiedergibt und mit einer Übertriebenheit sondergleichen seine Gefühle heraus singt. Auch wenn diese Art der Musikinterpretation erst hier ihren Höhepunkt finde, ist diese Stärke von Lost In Desire durchgängig zu beobachten. Gesang, der schon unangenehm überakzentuiert ist und Fans der übergroßen Gesten begeistern wird. Wer Wave jeglicher Art nicht leiden kann und von Overacting nicht viel hält, wird diese Platte höchstens mit Gummihandschuhen anpacken. Das nennt man wohl konsequent.

Anspieltipps:

  • I Am Drama
  • Vampire
  • Blow My Mind

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