Sergio Mendes - Bom Tempo - Cover
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Sergio Mendes Bom Tempo


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Spätestens seit dem die brasilianische Nationalmannschaft wie bekloppt einen Fußball durch einen Flughafen jagt, ist brasilianische Musik in Jedermanns Ohr und immer gern gehört. Diese Musik steht für gute Laune, heiße Rhythmen und schwingende Körper und Entspannung mit Sonnenschein-Feeling. Nicht umsonst gibt es in „Emorio“ gleich zu Beginn einen Querverweis auf „Mas Que Nada“, besagter Track aus der Werbung. Das soll aber nur als geschickte Einlage gesehen werden, denn der beinahe 70jährige Sérgio Mendes hat genug Brasilien im Blut, um das Album auch so herrlich auszufüllen. Mit vielen Gästen sorgt der Altmeister für ein farbenfrohes Feuerwerk, das einfach nur eine Bezeichnung verdient: „Bom Tempo“ (Gute Zeit/Laune).

Der Jazz-Pop mit Bossa-Nova-Anleihen hier und da macht sich durchgängig gut und wirkt lebendiger und abwechslungsreicher, als auf der letzten Platte. Mendes trotzt dem Alter so gut es geht und dieses macht sich dank den vielen Gästen kaum bemerkbar. Allerdings fragt man sich mit steigender Laufzeit worin nun genau der Teil besteht, welchen Mendes beigetragen hat. Man kann ihn fast schon mehr als Produzent sehen, so wird das Album überflutet. Stören sollte das niemanden, wenn „Maracatu (Nation Of Love)“ vor Sonnenstrahlen und Hitze nur so überschäumt. Jeder Track ist gekonnt und gewollt ist die Feel-Good-Musik sowieso, nur fehlt es mit der Dauer an großen Melodien.

Keines der Lieder versäumt es, Stimmung in den Raum zu bringen, gleichzeitig fehlt es aber an den besonderen Momenten, in welchen die Sonne gänzlich aufgeht. Hier und da Abendsonne sind zwar nett, aber kein Rhythmus ist so heiß, dass er unwiderstehlich scheint, wie die Sonne es zur Mittagshitze tut. So verspricht „Bom Tempo“ zwar einige nette Stunden, aber der große Hit bleibt dem Hörer entsagt und wenn die Stimmung nicht gerade nach Samba und Bossa Nova steht, dann sucht man nach den wenigen Höhepunkten („The Real Thing“), die sich unwiderstehlich geben. Ansonsten ist ein gutes, aber keinesfalls überragendes Album entstanden, welches dem Altmeister nicht unwürdig ist. Er hat Altbekanntes gut aufbereitet, aber sich nicht an neue Gerichte gewagt.

Anspieltipps:

  • Emorio
  • The Real Thing
  • Caxanga

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