Club 8 - The People´s Record - Cover
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Club 8 The People´s Record


  • Label: Labrador/Broken Silence
  • Laufzeit: 37 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Club 8 sind ein schwedisches Duo, bestehend aus der Sängerin Karolina Komstedt und dem Songschreiber Johan Angergård (The Legends, Acid House Kings) und haben gemeinsam seit 1995 sechs Alben veröffentlicht. Ganz unaufgeregt geben sie zu Protokoll, dass sie ungern Interviews geben und wohl auch nie viel auf Tour sein werden. Einen kleinen Hit hatten sie in der Heimat mit dem Song „Jesus, Walk With Me“, welcher auf Platz 13 in den Verkaufscharts landete und auch als Untermalung für eine Fernsehwerbung zu Hören war. So entkrampft wie ihre Tourambitionen ist auch ihr, den sechzigern entsprungener Indie-Pop, der in seinem Kern harmlos ist, aber sich immerhin entspannend und wohltuend in die Ohrmuscheln drängt.

Waren Club 8 bei ihren vorherigen sechs Veröffentlichungen noch auf do-it-yourself getrimmt, haben sie sich für dieses Album den Produzenten Jari Haapalainen (Camera Obscura, The Concretes, Ed Harcourt) ins Boot geholt. Auf der Suche nach Inspiration bereiste die Band Südamerika und fand diese auch in brasilianischen Samba-Klängen, wie man stellenweise an den Rhythmiken von Liedern wie „Isn't That Great?“ hören kann. Außerdem legten sie sich viele westafrikanische Alben aus den 70ern zu, dessen Einflüsse sich in Form von Uptempo Afro-Beat auf dem siebten Album „The People´s Record“ wiederfinden.

Das klingt nun im ersten Moment spannender als es eigentlich ist, denn diese Einflüsse spielen eher die zweite Geige. Scheinbar frei von jeglichen Sorgen machen Club 8 Musik, bei der man Lust bekommt, verträumt durchs Zimmer zu tänzeln, als wäre man vollkommen benebelt, die Hände in die Luft gereckt und mit einem breitem Grinsen im Gesicht. Dabei erinnert die Musik entfernt an weitere schwedische Popbands wie zum Beispiel Peter Bjorn and John („Young Folks“) und The Cardigans. Dass es textlich jedoch nicht so sorglos vor sich geht, wie die Musik suggeriert, lässt sich schon an Songtiteln wie „My Pessimistic Heart“ oder „We're All Going To Die“ erkennen.

Der Stilmix von Club 8 kann zeitweise richtig gut sein, wenn zum Beispiel „Be Mad, Get Ill, Be Still“ herzerfrischend die Vorhänge aufzieht und die Sonne reinlässt oder bei „Like Me“ ein Saxophon mit eingebaut wird. Auf lange Sicht ist das Ganze jedoch viel zu eintönig, um spannend zu sein. Zwischenzeitig schleichen sich Trompeten und andere Blasinstrumente in die Kompositionen, was zumindest einigen Liedern hörbar gut tut („Shape Up“). Andere Stücke, wie das leicht meditative „Dancing With The Mentally Ill“ können die Aufmerksamkeit des Hörers nicht halten und enden somit in Langeweile. So platziert sich „The People's Record“ mit durchschnittlichen bis zeitweise guten Songs noch knapp über dem Schnitt.

Anspieltipps:

  • Western Hospitality
  • Shape Up!
  • Be Mad, Get Ill, Be Still

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