Holy Fuck - Latin - Cover
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Holy Fuck Latin


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die hierzulande kaum bekannten Holy Fuck haben Album Nummer drei am Start. Und wieder überzeugen die spaßigen Torontoer von Beginn an mit ihrem seltsamen, höchst individuellen, instrumentalen Electronica-Sound, der gänzlich ohne Laptop, Loops und Programmierung auskommt, sondern frisch und ungefrickelt mit nichts als Instrumenten erzeugt wird.

Das hat ihnen für ihr letztes Album immerhin fast den „Polaris Music Prize“ eingebracht, ehe der in diesem Jahr zu neuen, ungeahnten Höhen aufgestiegene Caribou ihnen den Gewinn des wichtigsten kanadischen Musikpreises noch auf der Zielgeraden wegschnappte. Ihre Instrumentierung bleibt rhythmisch fundiert in schweißtreibender, schnell frequentierter Bass- und Schlagwerkarbeit, die zum Dauerlauftanz animiert. Brian Borcherdt und Graham Walsh fegen darüber mit allen nur denkbaren Keyboardsounds, die unsere Zivilisation bisher so vorbrachte; Spielzeuginstrumente, Spielzeuglaserpistolen und sogar einen 35-mm Film-Synchronizer inbegriffen.

Holy Fuck kreieren aus dieser Ausgangssituation treibende elektronische Instrumentalmusik zu der man wunderbar zappeln kann, die de facto aber kein Electro, sondern Bandmusik ist, und im Grunde eine Form von Rock darstellt, eine hübsch sympathische Grundidee. Gut, an jener haben sie seit drei Alben und seit 2005 nicht viel geändert, kann schon sein, also, dass sie hiermit so langsam an ihren Resonanzhöhepunkt stoßen, aber nichtsdestotrotz funktionieren alle Holy-Fuck-Alben wunderbar in sich geschlossen und sind kein Abklatsch des Vorgängers. Holy Fucks Sound macht Spaß, ob laut des Nachts im Auto oder leise, nebenbei in lockerer Gesprächsrunde. Die Flexibilität ist sicher dem fehlenden Gesang geschuldet, ohne humanoiden stimmlichen Input scheint Musik wesentlich integrierbarer in alle möglichen Rahmenzusammenhänge zu sein. Wieder starke Musik aus Kanada.

Anspieltipps:

  • Latin America
  • P.I.G.S.
  • Stay Lit
  • Red Lights
  • Silva & Grimes

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