Faithless - The Dance - Cover
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Faithless The Dance


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 66 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Dringliche Synthie-Hooklines, überschwängliche Rave-Dynamik und euphorische Harmonie-Vielfalt.

Nach „To All New Arrivals“ von 2006 melden sich die britischen Dance/Electronica-Pioniere Faithless mit einem kraftvollen Werk zurück, welches auf den wörtlich zu nehmenden Titel „The Dance“ hört. 15 Jahre sind Maxi Jazz, Sister Bliss sowie Rollo Armstrong mittlerweile dabei, können sich seit ihrer frühen Rave-Hymne „Insomnia“ auf eine Bank in der elektronischen Musik und hochwertige Kontinuität berufen, die aktuell auf dem eigenen Label Nates Tunes, in Kooperation mit Pias Recordings, ihre Fortsetzung findet.

Allerdings, und das macht gleich der Auftakt „Not Going Home“ klar, werden 2010 bei der oft durch Freunde musikalisch wie gesanglich unterstützten Formation vornehmlich keine ruhigen Klanglandschaften zu erwarten sein, die sich langsam zu einem großen Ganzen formen. Vielmehr setzen Faithless auf dringliche Synthie-Hooklines, überschwängliche Rave-Dynamik samt euphorischer Harmonie-Vielfalt, um nicht selten an die frühen Neunziger zu erinnern, sogar gewisse Eurodance-Tendenzen nicht verhehlen kann. Das macht die Sache für „The Dance“ überaus zweischneidig, denn einerseits punkten die klaren Synthesizer-Flächen des Openers oder der mit gelungenen Breaks bestückten, eindeutig zweideutig betitelten Abfahrt „Tweak Your Nipple“, andererseits aber können Faithless mehr, als eine schlichte Rückkehr zu ihren Wurzeln, die manchmal einer Persiflage ähnelt.

Für seelenvollere Momente sorgt der unverkennbar charismatische Sprech-Gesang von Maxi Jazz beim Ruhepol „Flyin Hi“, der in Ambient-Flächen getaucht etwas Sakrales an sich hat und im weiteren Verlauf mehr Tempo aufnimmt, ohne seine überragend warme Ausstrahlung abzugeben, die von Mia Maestro im folgenden „Love Is My Condition“ weitergeführt wird. Schließlich gesellt sich auch Dido Armstrong wieder zur Faithless-Familie, veredelt gleich zwei Songs und bringt den anfänglich vorherrschenden Retro-Rave-Sound auf einen unterschwelligeren, melancholisch erhabenen Kurs, der dem Album deutlich besser steht.

Anspieltipps:

  • Not Going Home
  • Flyin Hi
  • Love Is My Condition
  • North Star

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