Stone Temple Pilots - Stone Temple Pilots - Cover
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Stone Temple Pilots Stone Temple Pilots


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

An dem ganz speziellen Grungesound der Kalifornier hat sich zumindest am Anfang des Albums kaum etwas verändert.

Als der Grunge-Boom in den 90er Jahren auf seinem Höhepunkt war, versuchten die Plattenfirmen alle möglichen Bands unter dem Deckmantel des Grunge zu verkaufen, obwohl sie stilistisch mit dem mitunter ziemlich düsteren „Seattle-Sound“ nicht viel am Hut hatten. Das war natürlich albern und führte dazu, dass für solche „Zwitterbands“ der umständliche Begriff des Alternative Rock kreiert wurde.

Mit weltweit 35 Millionen verkauften Tonträgern und 15 Top-10-Singles allein in den USA gehören die Stone Temple Pilots aus dem sonnigen Kalifornien zu den erfolgreichsten Vertretern der Alternativ-Rock-Sparte. Die musikalischen Wurzeln der Band mögen zwar eher im Hardrock der 80er Jahre liegen, doch die Band schaffte es, ihrem Sound einen für damalige Verhältnisse zeitgemäßen Anstrich zu verpassen, durch den sie zum erweiterten Kreis der Grunge-Bewegung gezählt, aber von Puristen stets sehr kritisch beäugt wurde.

Die kreativen Köpfe der Stone Temple Pilots waren Scott Weiland (Texte, Gesang), Dean DeLeo (Gitarre) und Robert DeLeo (Bass), ergänzt durch den Schlagzeuger Eric Kretz. Sie erhielten 1992 einen Majorvertrag bei Atlantic Records und starteten noch im selben Jahr mit ihrem Debütalbum „Core“ durch, das sich nur in den USA ca. sieben Millionen Mal verkaufte. Bis 2001 erschienen insgesamt fünf Studioalben, ehe sich die Band im Jahr 2003 trennte. Vorausgegangen waren Prügeleien auf offener Bühne sowie die immensen Drogenprobleme und Gefängnisaufenthalte von Sänger Scott Weiland.

In den folgenden Jahren betätigten sich die einzelnen Stone-Temple-Pilots-Mitglieder auf Solopfaden, freilich ohne auch nur annähernd an die Erfolge ihrer gemeinsamen Band heranzureichen. Lediglich Scott Weiland konnte mit dem All-Star-Project Velvet Revolver etwas mehr von sich reden machen, legte dort aber im März 2008 völlig überraschend seinen Posten nieder. Warum, erfuhr das Publikum schon wenige Wochen später: Die Stone Temple Pilots hatten sich klammheimlich reformiert und die Arbeit an einem neuen Album aufgenommen. Doch zuerst folgte eine 65 Stationen umfassende Konzertreise, bei der sich die ehemals zerstrittenen Kumpels wieder annäherten.

Mit ihrem selbstbetitelten sechsten Studioalbum melden sich die Stone Temple Pilots nun nach neuen Jahren Funkstille zurück und es scheint fast so, als wäre die Zeit stehen geblieben, denn an dem ganz speziellen Grungesound der Kalifornier hat sich zumindest am Anfang des Albums kaum etwas verändert. Mit fordernden Gitarrenriffs und der Charakterstimme von Scott Weiland poltert die erste Singleauskopplung „Between the lines“ wie vor 15 Jahren aus den Boxen, während „Take a load off“ das Tempo etwas drosselt und mit leicht verschachtelten Rhythmen daherkommt. Beide Male fallen die Songs trotz ihrer eingängigen Strukturen nie zu glatt aus und bieten genau die richtige Mischung aus Härte und Pop-Appeal.

Die erste Albumhälfte wird mit „Hickory dichotomy“, in dem bluesige Gitarrenlicks zum Einsatz kommen sowie „Dare if you dare“ beschlossen, das gut vernehmlich die 70er-Jahre-BritPopper Mott The Hoople („All the young dudes”) zitiert. In der zweiten Hälfte fallen die meisten Songs dann eine Spur zu cheesy aus („Bagman“, „First kiss on Mars”) und die Songideen wirken nicht mehr so überzeugend („Peacoat“). Das zwingt den anfänglichen Eindruck etwas in die Knie, sodass am Ende sicher kein sensationelles Comeback vermerkt werden kann, aber zumindest ein äußerst solides.

Anspieltipps:

  • Hazy daze
  • Fast as I can
  • Dare if you dare
  • Between the lines
  • Huckleberry crumble

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