Sabaton - Coat Of Arms - Cover
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Sabaton Coat Of Arms


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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1/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Band singt in jedem Lied über Krieg, was durch die stolz erklingende Hymnenhaftigkeit einfach nur noch verherrlichend und somit in der heutigen Zeit wenig charmant wirkt.

Nachdem Sabaton einen schwierigen Start hinter sich haben, ihr Debüt erst Jahre nach dessen Entstehung veröffentlicht wurde („Metalizer“, 2002 bzw. 2007) und die Band zu diesem Zeitpunkt bereits drei weitere Alben im Kasten hatte, ging es spätestens mit der Veröffentlichung des Albums „The Art Of War“ (2008), welches sich erfolgreich in den schwedischen Top Ten platzieren konnte, zumindest in der Heimat steil bergauf. Nun soll das Sextett mit „Coat Of Arms” auch in anderen europäischen Ländern bekannt gemacht werden und man kann eigentlich nur hoffen, dass der sogenannte Power Metal von Joakim Brodén (Gesang), Oskar Montelius, Rikard Sundén (bei E-Gitarre), Pär Sundström (Bass), Daniel Mullback (Keyboard) und Daniel Mÿhr (Schlagzeug) nicht nur auf den Verfasser dieser Zeilen eine abschreckende Wirkung haben wird.

Der Titeltrack beginnt zunächst mit harmonischen Keyboardsounds aus der Konserve, bevor typische Metalriffs und ein galoppierendes Schlagzeug über den Song herfallen. Es ist weniger der musikalische Ansatz, sondern die Umsetzung, die einem die Gesichtszüge entgleisen lässt. Im folgenden werden Refrains zu Schlachtgesängen aufgebauscht („White Death“) oder melodische Parts vom Doublebass-Geballer („Screaming Eagles“) verhauen. Nicht nur in „Uprising“ wird Sänger Brodén immer wieder von einem mittelalterlich-sakral anmutendem Chor unterstützt.

Man muss sich das mal vor Augen halten: Auf „Coat Of Arms“ wird dem Hörer eine Mischung aus Metal- und Hardrock-Riffs in Verbindung mit Stadionhymnen-Schlachtgesang in Verbindung mit Nintendo-Keyboard-Gedudel in Verbindung mit kirchlichen Chören um die Ohren geworfen. Das ist mindestens genauso ätzend wie den letzten Satz zu lesen. Zudem fällt die Produktion noch so flach und glatt aus wie bei Veröffentlichungen aus dem Pop-Mainstream, wodurch das Schlagzeug keine Durchschlagskraft besitzt und die Gitarren so zahm klingen wie die von Linkin Park.

Lyrics von Songs wie „The Final Solution“ können aufgrund ihrer Darbietung auch mal gefährlich missverstanden werden: „When freedom burns / The final solution / Dreams fade away and all hope turns to dust / When millions burn / The curtain has fallen / Lost to the world as they perish in flames.” Insbesondere, wenn Sänger Brodén dabei das „R“ rollt wie Till Lindemann von Rammstein. Auch bei Liedern wie „Wehrmacht“ bewegen sich Sabaton auf gefährlich dünnem Eis. „Panzers on a line / form the Wehrmacht's spine / Lethal grand design / What about the men executing orders?” Von solchen Themen sollte man als Metal-Band vielleicht die Finger lassen.

Dabei singt die Band in wirklich jedem Lied über Krieg, was durch die stolz erklingende Hymnenhaftigkeit einfach nur noch verherrlichend und somit in der heutigen Zeit wenig charmant wirkt, ums mal besonders blumig auszudrücken. Da kann man nicht mal mehr einen Punkt für für ein paar protzige und flotte Riffs drauf setzen, denn handwerklich könnte hier scheinbar wirklich was gehen. Doch das Gesamtergebnis ist einfach nur noch peinlich und unhörbar.

Anspieltipps:

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