Annihilator - Annihilator - Cover
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Annihilator Annihilator


  • Label: Earache Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Im neuen Jahrzehnt will es Saitenhexer Waters wieder wissen und beschränkt sich auf den harten Kern seiner Band.

Seitdem sich Alice in die Hölle begeben hat (09/1989) ist Jeff Waters (Gitarre, Bass) mit Annihilator nicht mehr aus der Metalszene wegzudenken und obwohl der Verschleiß von über 30 Musikern in der 20jährigen Karriere rekordverdächtig ist, die in den unterschiedlichsten LineUps eingespielten Alben kamen nie über den Status von guten, aber etwas berechenbaren Veröffentlichungen hinaus. Mit der schlicht „Metal“ (04/2007) betitelten zwölften Platte wollte Waters diesem Umstand ein Schnippchen schlagen und versammelte solch illustre Gäste wie Angela Gossow (Arch Enemy), Corey Beaulieu (Trivium), Willie Adler (Lamb Of God), Jeff Loomis (Nevermore), Alexi Laiho (Children Of Bodom), Anders Björler (The Haunted) oder Jesper Strömblad (In Flames) um sich und hoffte, das allein dieses Staraufgebot für einen hochkarätigeren Output sorgte. Leider war dem nicht so und „Metal“ blieb trotz einiger spannender Gitarrenduelle in vielerlei Hinsicht blass und sein Potential wurde nicht annähernd ausgeschöpft.

Im neuen Jahrzehnt will es Kanadier und Saitenhexer Waters aber wieder wissen und beschränkt sich auf den harten Kern seiner Band, die lediglich aus dem nun schon seit vier Alben bei Annihilator befindlichen Dave Padden (Gesang, Gitarre) besteht, da der hinterm Drumkit Platz genommene Ryan Ahoff wahrscheinlich eher als Randnotiz denn festes Mitglied in der Geschichte des Acts eingehen wird. Wie dem auch sei, die Musik ist das, was letzten Endes zählt und mit der langsam aufbauenden Granate „The trend“ und den Überschallfliegern „Coward“ und „Ambush“ fetzen bereits drei äußerst geniale Riffmassaker durch die Boxen, die darüber hinaus nicht nur dem thrashendem Selbstzweck dienen, sondern sogar richtige Songs mit Aufbau und Struktur widerspiegeln. „Betrayed“ bricht jedoch aus dem stramm gezogenen Riffkorsett heraus, begibt sich in mittlere Tempoebenen und offenbart im gleichen Zug die Mängel, die seit einigen Jahren für Unmut in den Fanreihen Annihilators sorgen: der etwas ausdruckslose Gesang von Padden und spannungsarme, am Rande des musikalischen Nirvanas firmierende Metalkost.

Zeit für „25 seconds“ und seinem hakenschlagenden Songwriting, das zwischen ruhigem Gitarrengezupfe und harten Thrash-Eruptionen wechselt, womit der anschließende Langweiler „Nowhere to go“ verziehen wird. Bevor Waters & Co. mit „Death in your eyes“ und „Payback“ allerdings wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen und ausdruckslosen 0815-Metal mit einigen kernigen Riffs garnieren, flitzt noch schnell das ganz ordentliche „The other side“ vorbei und Annihilator versuchen sich an dem Van Halen-Song „Romeo delight“, der als nette Draufgabe verstanden werden soll. So bleibt es dann wie schon drei Jahre zuvor bei einem ganz gutem, aber eben nicht herausragenden Silberling in der Diskographie des Kanadiers, auf dem es ein paar richtige Kracher gibt, die zum Headbangen einladen und andere, die eher zum Kopfschütteln hinsichtlich der an durchschnittliche Kompositionen verbratenen Killerriffs anregen.

Anspieltipps:

  • Coward
  • The Trend
  • 25 Seconds
  • The Other Side

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