Danzig - Deth Red Sabaoth - Cover
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Danzig Deth Red Sabaoth


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn jetzt noch der Sound gerade gebogen wird und ein Produzent wie Rick Rubin dem Schinkengott kreativ unter die Arme greifen würde, ist mit Danzg wieder zu rechnen!

Nachdem Glenn Danzig (55) vor ziemlich genau drei Jahren auch noch die „Lost Tracks“ seiner Band auf den Markt brachte, sah man das Kapitel Danzig fast schon als beendet an. Der Mann hatte alles gesagt und alles veröffentlicht, was in den Archiven des Düster-Metal-Schinkengotts noch zu finden war. Im Rückblick sind dies drei exzellente Alben in der Zeit von 1988 bis 1992 (Danzig I – III), drei maximal mittelprächtige Werke (Danzig IV – VI), gefolgt von den Totalausfällen „Danzig 777: I Luciferi“ (2002) und „Circle Of Snakes“ (2004). Da hatten Teile des Publikums eigentlich schon die Schnauze voll von dem Mann, der Anfang der 90er Jahre als absolute Kultfigur galt und sich dann in totaler Ideenlosigkeit verzettelte.

Der „Jim Morrison des Heavy Metal” bzw. „Elvis Presley from Hell” war erledigt und vollkommen zu Recht jahrelang abgemeldet. Und so kommt es heuer, wie es kommen musste, vergleichbar mit dem neuen Korn-Album: Glenn Danzig kehrt mit Studioalbum Nummer neun und prominent zusammengestellter Band – Gitarrist Tommy Victor (Prong), Bassist Steve Zing (Samhain) und Drummer Johnny Kelly (Type O Negative) – zurück, mit der es „Back to the Roots“ gehen soll. Nur einer fehlt leider im Bunde: Produzentenlegende Rick Rubin, der Danzig auf seinem Label groß herausbrachte und sicher dafür gesorgt hätte, dass „Deth Red Sabaoth“ druckvoller geklungen hätte.

Doch für beides (kauzige Produzentenlegenden und teure Studiotechnik) fehlt Danzig inzwischen wohl das Geld. Bei den Aufnahmen im Jahr 2009 in Los Angeles spielte Herr Danzig sämtliche Bassspuren im Alleingang ein und übernahm oben drauf auch die Produktion und den Sound Mix. Das hätte der Schinkengott lieber unterlassen sollen. Denn so gehen die Songs, die tatsächlich an den Habitus der frühen Werke anknüpfen, beinahe in einem instabilen Soundmatsch unter. Frage: Was soll das? Schließlich zeigt sich Glenn Danzig wieder erstarkt und jammert und jault so abscheulich schön wie zu besten „How The Gods Kill“-Tagen („Hammer of the gods“). Der 55-Jährige lässt den Blues-Schamanen raus („The revengeful“), wühlt sich durch das Drogen-Mantra „Black candy“ und lässt den Klassiker „Mother“ in „Deth red moon“ auferstehen.

Doch es gibt auch uninspirierte Nummern wie das leiernde und mit grottenschlechten Riffs ausgestattete „Rebel spirits“ oder das eindimensionale „Night star hel“, die etwas auf die apokalyptische Düsterstimmung drücken. Dennoch ist „Deth Red Sabaoth“ ein Quantensprung im Vergleich zu „Circle Of Snakes“. Wenn jetzt noch der Sound gerade gebogen wird und ein Produzent wie Rick Rubin dem Schinkengott kreativ unter die Arme greifen würde, ist mit Danzg wieder zu rechnen!

Anspieltipps:

  • Ju ju bone
  • Black candy
  • The revengeful
  • Deth red moon
  • Hammer of the gods

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