Sleepy Sun - Fever - Cover
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Sleepy Sun Fever


  • Label: ATP Recordings
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass vermeintlich psychedelische Musik beziehungsweise auch das damit verbundene, nie konkret zu fassende, Genre „Kraut-Rock“ wieder hoch im Kurs steht, zeigen nicht zuletzt Re-Releases von wegweisenden Alben, ob nun von NEU!, Cluster, Harmonia oder neuem Material von Faust. Doch auch frische, vorzugsweise amerikanische Bands bevölkern die Musiklandschaft, wobei die Kalifornier Sleepy Sun eine wesentliche Rolle spielen. Ihr erster Longplayer auf ATP Recordings namens „Embrace“ brachte bereits allerorten positive Töne zum Vorschein, die mit dem Zweitwerk „Fever“ weiter voranschreiten werden.

Insgesamt mit wesentlicher Nähe zum Folk und sonnendurchfluteten Wüsten mit der weit ausholenden Psychedelic-Note ist der Auftakt mit „Marina“ durch knarziges Gitarrengeheule und langsame Riffs samt Zeitlupen-Schlagzeug eine bedächtige, stimmungsvolle Angelegenheit. Nicht immer ausformuliert jammen sich die zwei Gitarristen zusammen mit der Rhythmus-Sektion und Mundharmonika in eine Welt der Tagträumerei, die dank des Duett-Gesangs von Bret Constantino sowie Rachel Williams sinnlicher kaum sein könnte. Im Laufe des Songs nimmt das Tempo zu, die Percussions bestechen durch fast schon karibisches Flair und eine Prägnanz, die uns die gesamte Albumlänge nicht verlässt.

Auch wenn sich zwischendurch Stonerrock-Riffs die Oberhand verschaffen, genussvoll laut ausbrechen, bleibt „Fever“ ein ruhiges, ausgeglichenes Werk mit einer hörenswerten Mischung aus Melancholie sowie beschwingtem Aufbruch. Das dazu noch die Arrangements mächtig strahlen, setzt dem die Krone auf. Pendelnd zwischen Blues-Rock und mit viel Hall ausgestattetem Wüsten-Folk der Marke Abendrot ist „Wild Machines“ eine kleine Offenbarung, deren Fortsetzung nicht lange auf sich warten lässt. „Desert Rock“ gleitet in gospelartigen Gesang hinüber, um doch beherzt rocken zu wollen, den verspielten Percussions viel Raum zu lassen und eine gehörige Balance zwischen psychedelischem Rock und traditionellen Folk/Blues-Komponenten zu erzeugen, die den Hörer jederzeit aufhorchen lässt.

Anspieltipps:

  • Rigamaroo
  • Wild Machines
  • Desert God
  • Freedom Line

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