Frittenbude - Katzengold - Cover
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Frittenbude Katzengold


  • Label: Audiolith/Broken Silence
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Katzengold“ ist nicht so stressig wie das Debüt und schmeisst die eine oder andere Ecstasypille weniger ein.

Mit „Nachtigall“ lieferten Frittenbude ein Sammelsurium an freigeistig hyperventilierenden Partytracks, die die Indiegemeinde mit Freuden aufnahm. Electro ist eben überall hip, nur dass beim Audiolithlabel auch gerne das Attribut -punk angehängt werden darf. Anders als bei ihren Kollegen von Egotronic mischt hier auch eine Gitarre mit, was der Musik auf dem Debütalbum der bayerischen Band noch einen derbe rotzigen Unterton einbrachte. Trotz ihrer „Gegen-den-Strom-Haltung“ landeten Johannes Rögner (Gesang, Raps), Martin Steer (Gitarre) und Jakob Häglsperger (Drumcomputer, Synthies) am Ende doch im Werbefernsehen. „Man kann uns nicht verkaufen, nur laufend verfluchen.“ So genau nehmen Frittenbude ihre eigenen Prinzipien dann vielleicht doch nicht?

Wie dem auch sei, auch auf ihrem Nachfolger „Katzengold“ stemmt sich das Trio gegen gesellschaftliche Normen, propagieren gleichzeitig Partygenuss und wollen ihre Hörerschaft dennoch zum Nachdenken anregen. „Freiheit ist nicht existent / Sie wird uns vielmehr verweigert / Leider erkennt man es nicht / Und verbrennt innerlich“, heißt es zum Beispiel in „Ob es reicht sie zu finden“. Die erste Single „Und täglich grüßt das Murmeltier“ bringt das leicht zu durchschauende Songkonzept von Frittenbude auf den Punkt: Flippige Beats werden von einem kräftigen, eingängigen Bass unterlegt, ein paar schräge Gitarrensounds dazwischen und leiernde Raps darübergelegt, fertig. Auf Albumlänge wird dies zum kleinen Problem, denn die Band schafft es nicht, ihren Songs mehr Tiefe oder Variation einzuhauchen. Geht man von den bereits erwähnten Intentionen von Frittenbude aus, ist dies aber auch gar nicht unbedingt nötig.

Immerhin kann man dazu wunderbar die Hüften kreisen lassen und Refrains von Liedern wie „2 + 0 = 4“ schön schmissig mitsingen. Dennoch ist „Katzengold“ nicht so stressig wie das Debüt und schmeisst die eine oder andere Ecstasypille weniger ein, wodurch die meisten Lieder geradewegs mit fettem Vier-Viertel-Bass alles plattwalzen, während Rögner seine Lyrics nahezu emotionslos runterrattert (z.B. „Onychectomy“, „Jetzt ist der Moment“).

Erst mit dem letzten Stück „Bilder Mit Katze“ finden Frittenbude zu einer neuen Variation ihres Konzepts, mit der sie gleichzeitig eine Hommage an ihr Label Audiolith zelebrieren: Rögner erzählt eine Liebesgeschichte zweier Electrofans, ohne Refrains und den hämmernden Bass, der alle anderen Lieder so prägt. Ansonsten haut „Katzengold“ einem ebenso wie das Debüt von Frittenbude die hackenden Beats nur so um die Ohren, auch wenn es nie so fetzig wird wie bei „Ein Affentanz“. Sie stellen dir die Bude auf den Kopf und blasen dir einen kräftigen Sturm durch die Gehörgänge. Es heißt auch weiterhin: „Flex, flex, flex!“

PS: Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass „Katzengold“ als CD-/Vinyl-Veröffentlichung das Remixalbum „Plörre“ beiligt, auf welchem sich Frittenbude-Remixe von bekannten Bands wie Kettcar, Egotronic oder Supershirt befinden. Beim Kauf lohnt sich deshalb der Griff zum physischen Tonträger noch mehr!

Anspieltipps:

  • Onychectomy
  • Und täglich grüßt das Murmeltier
  • 2 + 4 = 0
  • Seifenblase
  • Bilder mit Katze

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