Reverend Deadeye - The Trials And Tribulations Of Reverend Deadeye - Cover
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Reverend Deadeye The Trials And Tribulations Of Reverend Deadeye


  • Label: Hazelwood/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Vater und Großvater von Reverend Deadeye waren auch Reverends. Ob sie auch ein Faible für Rock’n’Roll hatten? Man weiß es nicht, jedenfalls zähmte unser Reverend als Jugendlicher Schlangen im Navayo Reservat Arizonas. Sozusagen verpasste ihm eine weniger zahme den Namen Deadeye, indem sie ihm das Auge verletzte. Das Leben ist gefährlich und gerade der Rock’n’Roll hat davon viel zu erzählen. Unser Reverend bevorzugt die primitive Spielart als One-Man-Band.

Die Waffen des Reverend sind eine modifizierte Wok-Deckel-Resonator-Gitarre, ein Bierdosenmikrophon, Kick Drum, Waschtrog-Snare und seine Stimme. Ganz so genau nimmt er es mit der Sonntagspredigt nicht, vielmehr werden Verlust, Okkultes, Auferstehung u.a. thematisiert und über dem heiligen Feuer im Voodoo-Topf gekocht. Dieser wird schon beim Eröffnungstrack „Can’t Take It With You“ bis zum Siedepunkt hochgepusht. „You can’t take it with you when you die“ ist natürlich die Schlüsselzeile und man sieht die Finger des Reverends förmlich über die Saiten rauf und runter gleiten. Höllische Rhythmen und wahnwitzige Slides, die eher an der Pforte Satans anklopfen als beim allmächtigen Herrn. Nicht verwunderlich also, dass wir beim Midtempo gespielten Blues-Rock „Backstabbin’ Savior“ und beim Country-Blues „Chased Ol’ Satan“ dem Leibhaftigen begegnen.

„Drunk On Jesus“ ist wieder eine fußstampfende Garagen-Blues-Nummer mit nach vorn gespielten Slides auf der abgewetzten Gitarre und einer von Suff, Leid und Weib gegerbten Stimme. Die kann auch ganz zärtlich werden, wenn der Reverend „Her Heart Belongs To The Wind“ oder „Coldest Heart“ zwei sanfte Folk-Blues-Balladen singt, bei letzterer wird die Harp eingesetzt. Selbst furioses Orgelspiel wird auf „Let His Children Out Of Bondage“ ins Rock’n’Roll Konzept eingefügt. Versöhnliche Gospeltöne bereichern „Jesus On The Mainline“, dagegen drücken „Drinkin’ On The Buildin“ und das abschließende „Train Medley“ wieder ordentlich auf die Blues-Rock-Tube.

Reverend Deadeye spielt auf „The Trials And Tribulations Of Reverend Deadeye“ nicht nur den primitiven Rock’n’Roll, er holt quasi alles aus den eng gesteckten Grenzen einer One-Man-Band heraus, changiert Tempo und Instrumentarium, sorgt somit für Abwechslung und hat nicht umsonst mit The Black Lips, Big John Bates And The Voodoo Dolls, Bob Log III, The Black Keys u.a. die Bühne geteilt. Ein kräftiges Hallelujah dem Allmächtigen und Leibhaftigen in einer Person: Reverend Deadeye!

Anspieltipps:

  • Can’t Take It With You
  • Drunk On Jesus
  • Coldest Heart
  • Drinking On The Buildin’

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