The Black Keys - Brothers - Cover
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The Black Keys Brothers


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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9/10 Unsere Wertung
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Yeah, baby, yeah! Die beste moderne Bluesrockband ist zwei Jahre nach dem von Danger Mouse produzierten Meisterwerk „Attack & Release”, einem Jahr nach Auerbachs Soloalbum „Keep It Hid“, sowie nur ein halbes Jahr nach dem Bluesrock/Hip-Hop-Experiment Blakroc zurück. Und wie. Das sechste Studioalbum von Dan Auerbach und seinem Schlagzeuger Patrick Carney kommt mit dem bisher unwiderstehlichsten Einstieg daher, den je eines der allesamt formidablen Keys-Alben hatte.

Mit „Everlasting Light“, einem warmen, leicht verliebten Blues-Schunkler mit Handclap-Feeling, „Next Girl“, diesem midtempo Garagen-Riff-Rocker, „Tighten Up“, eine noch unter Danger Mouse entstandene, grandiose Blues-Hymne, und „Howlin’ For You“, ein feiner Fuzz-Gitarren-Stomper, eröffnet „Brothers“ derart zwingend, abwechslungsreich und charmant, dass nur ein Schluss zugelassen werden kann: bester Output, den die Keys je vollbrachten.

Überhaupt gehen bei einer Einordnung in die Gesamtschau die Superlative langsam aber sicher aus. Die Keys sind nicht einfach nur die neuen White Stripes (ihr erstes Album liegt acht Jahre zurück), die Keys halten Blues und Rock authentisch und am Leben, und dass seit vielen vielen Jahren. Weil die Emphase des Rock und die Leiden des Blues hier flüssig, eingängig und gewinnbringend miteinander verknüpft werden. Okay, Dan Auerbach und Patrick Carney haben eine Entwicklung hinter sich, klingen inzwischen durchaus different, im Vergleich zu ihren früheren, übersteuerten und noise-lastigeren Garagen-Anfängen, der Sound heute ist satter, schlicht besser produziert, die Stimme mehr zur Geltung bringend und Verstärkerfeedbacks zurückschraubend; aber im Grunde mucken Auerbach und Carney von Tag eins ihrer Aufnahmen an konstant und letztlich nichts anderes als saustark.

In gewissem Sinne müßig also, zu Fragen, ob dies jetzt das beste Keys-Album sei. Es ist wunderschön, wie die anderen auch. Aber es ist satter, facettenreicher, dadurch auch länger, und moderner als ihre herrlich eigenbrötlerischen Kellerstudio-Anfangsalben (sagen wir bis „Magic Potion“). R&B-Sternchen Nicole Wray peppt gleich mehrere Songs stimmtechnisch mit femininer Ästhetik auf, auch Hammond-Orgel, Keyboards (etwa auf „The Only One“) und Bassgitarren finden inzwischen regelmäßigen gebrauch auf Keys-Alben; wie lange sie wohl noch live zu zweit auftreten werden? Das instrumental wabernde „Black Mud“, „The Only One“, „Ten Cent Pistol“, „Sinister Kid“ und „The Go Getter“ sind weitere Glanzlichter, eines großartigen Rockalbums. Einzig der Abschluss des 15 Stück starken Ohrenschmaus, der überraschend deutlich in soulige Gefilde abdriftet, wirkt ein wenig ermündend und sich leicht wiederholend. Drei der vier letzten Songs weniger hätten „Brothers“ eigentlich perfekt gemacht, vor allem des „Never Gonna Give You Up“-Covers hätte es nicht bedurft. Aber dieser Abschluss sei erlaubt, bei dem Einstieg.

Anspieltipps:

  • Tighten Up
  • Everlasting Light
  • Howlin’ For You
  • The Only One
  • Ten Cent Pistol
  • Sinister Kid
  • Next Girl

Dieser Artikel ging am um 09:54 Uhr online.
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