Kate Walsh - Light & Dark - Cover
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Kate Walsh Light & Dark


  • Label: Blueberry Pie/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Unabhängigkeit in den Zeiten der Internets. Die Britin Kate Walsh hat sie vorgelebt und ihr Album „Tim’s House“ über ihre MySpace Seite offeriert und über iTunes – wo es ein Topseller wurde – verkauft. Von iTunes bekam sie einen iPod geschenkt nachdem sie Take That von den Download Charts gestürzt hatte. Das Geschenk hat sie nur wenig in Gebrauch, vielmehr beklagt Kate Walsh den Verfall des physischen Tonträgers. Sie hat Cello studiert, verehrt Debussy und hört vornehmlich klassische Musik. Inspiriert wurde sie auch von Joni Mitchell, Tori Amos und Talk Talk.

Auf ihrem eigenen Label (mit dem schönen Namen Blueberry Pie) ist nun ihr neues Werk „Light & Dark“ erschienen, das wieder mit kunstvollem Songwriting und ihrer wundervollen Stimme zu überzeugen weiß. Mit echtem Schmerz und Zerbrechlichkeit kokettieren viele im Singer/Songwriter-Genre, Kate Walshs Songs sind von geradezu schockierender Ehrlichkeit. „He left me wounded on the sand,/There are no healing hands“, klagt sie im Song „ I Cling On For Dear Life” ohne zu jammern oder weinerlich zu klingen. Ihre Schwäche transformiert sie in starke Songs, die auf dem aktuellen „Light & Dark“ noch ausgeklügelter und durcharrangierter daherkommen als auf dem erfolgreichen Vorgänger „Tim’s House“.

Immer wieder sorgen diese kunstvoll gesetzten Streicherarrangements für ein organisch fließendes Klangbild, in dem Kate Walshs Stimme – dem Albumtitel entsprechend – die Licht- und Schattenseiten auslotet. Zärtlich, gefühlvoll und ausdrucksstark phrasiert sie ihre Lyrics und scheut nicht den schmerzvollen Weg zu gehen, der jedoch immer wieder auf den Pfaden der Hoffnung und Schönheit wandelt. Auch ihr Piano- und Gitarrenspiel setzt poetische Noten, die von kongenialen Begleitmusikern ausgeschmückt und weitergesponnen werden. Auf „Trying“ und „Greatest Love“ tritt Olly Knights (Turin Brakes) als Gastsänger in Erscheinung.

Wieder war es Tim Bidwell, der mit Aufnahme und Produktion „Light & Dark“ zu einem wahren Ohrenschmaus hat werden lassen. Alle Einzelteile fügen sich hier zum großen Ganzen. Was Umfeld, Herangehensweise und künstlerische Philosophie betrifft, erinnert so Manches an Aimee Mann. Ansonsten hat Kate Walsh gar keine Vergleiche nötig, hören sie „Light & Dark“ und sie werden wissen warum.

Anspieltipps:

  • June Last Year
  • Greatest Love
  • Light & Dark
  • Be Mine
  • I Cling On For Dear Life

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