Far - At Night We Live - Cover
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Far At Night We Live


  • Label: Arctic Rodeo Recordings
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Zweifelnd, doch immer mit einem großen Tropfen an weit strahlender Zuversicht ist dann auch die wesentliche Ausrichtung von „At Night We Live“.

Nach den beiden Veröffentlichungen „Tin Cans With Strings To You“ (1996) und „Water & Solutions“ aus dem Jahre 1998 folgt zwar erst 12 Jahre später der Nachfolger „At Night We Live“, doch auch in der Zwischenzeit blieb der Name Far nicht zuletzt durch den charismatischen Frontmann Jonah Matranga in aller Munde. Während sich auch die anderen Musiker anderen musikalischen Projekten hingaben, waren Matrangas Stationen (Onelinedrawing, New End Original, Gratitude) stets von seiner markant sehnsüchtigen Stimme geprägt, welche sich trotz musikalischer Wandlungsfähigkeiten durch die Releases zog. So wurden im Zusammenhang immer wieder Far erwähnt, ihre nicht unwesentliche Stellung im Post-Hardcore/Emo-Bereich, die sie unter anderem mit den Deftones und The Promise Ring auf Tour schickte.

Spannungsvoll erwartet, fallen beim Opener „Deafening“ tiefer gestimmte Gitarren-Wände auf, vom prägnanten Basslauf eingerahmt und im dynamischen Wechsel aus lauernder Strophe sowie hymnisch-wütendem Refrain kantig rockend, jedoch ohne stimmlich in große emotionale Landschaften abzutauchen, wie von Matranga gewohnt. Dass es jedoch nicht beim zu schlicht nach vorn gehenden Rock bleibt, beweist direkt im Anschluss „If You Cared Enough“, eine weitaus eindringlichere Variante des fast gleichzeitig zu Euphorie wie sinnlicher Melancholie neigendem Rock-Verständnis aus dem Hause Far. Besagter Song behält den Wechsel aus ruhigen, nachdenklichen und hoffnungsvoll losgelösten Elementen bei, ist aber durch den Piano-Einsatz samt melodisch erobernder Gitarre deutlich gefestigter in einem Feld, welches Far und besonders eben Jonah Matranga am besten beherrschen.

Zweifelnd, doch immer mit einem großen Tropfen an weit strahlender Zuversicht ist dann auch die wesentliche Ausrichtung von „At Night We Live“. Ein Album, das mit jedem Song schlüssiger wird, leisemalerisch wie rockig im besten Sinne, mit dem Herz am richtigen Fleck. Die Instrumentierung ist der spannungsvollen und gewohnt tollen Umsetzung der Texte zumeist ebenbürtig, wird aber hin und wieder von etwas zu fahrig gewählten Stadion-Rock-Tendenzen mit Pathos-Überschwang eingeholt, ohne ein starkes Album schmälern zu wollen, das zufrieden in eine Zukunft von Far schauen lässt, der hoffentlich auch Konzerte in Deutschland angehören.

Anspieltipps:

  • If You Cared Enough
  • When I Could See
  • Fight Song #16,233,241
  • The Ghost That Kept On Haunting

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