Sonic Syndicate - We Rule The Night - Cover
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Sonic Syndicate We Rule The Night


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die ehemals gefallenen Engel sind zurück und präsentieren dem geneigten Hörer zwei unüberhörbare Neuerungen, die neben einer Auswechslung an der Brüllfront auch eine Generalüberholung im Sound zur Folge hat, der glücklicherweise nicht wie „Only inhuman“ (05/2007) einzig und allein als halbherzige Killswitch Engage- oder In Flames-Kopie verstanden werden will. Jahrelang als durchschnittliche Trittbrettfahrer unterwegs zu sein, ist immerhin langweilig und so hat das Brüdertrio Richard (Gesang), Robin (Gitarre) und Roger Sjunnesson (Gitarre) mit den restlichen Bandmitgliedern Karin Axelsson (Bass) und John Bengtsson (Schlagzeug) nach dem Weggang von Mikrophonschwinger Roland Johansson dies zum Anlass genommen mit Nathan J.Biggs nicht nur eine markante Stimme zu verpflichten, sondern auch den musikalisch Kompass in eine andere Richtung ausschlagen zu lassen.

Tatsächlich birgt „The beauty and the freak“ als rotgefärbter Melodic Death-Teppich mit all seinen elektronischen Spielereien, Synthesizer-Melodien, wütenden, als auch emotional getriebenen Avancen von Biggs und der brodelnden, wenn auch leicht überladenen Produktion einen nicht von der Hand zu weisenden Charme. Dumm nur, dass sich Sonic Syndicate die gesamte Länge des Albums über auf diese sonische Wucht stützen und beim Hörer eine regelrechte Reizüberflutung hervorrufen. Wie ein unkontrollierbarer Wurlitzer wollen die Schweden einen 3 ½ Minutenhit nach dem anderen aus den Boxen jagen, reihen eine packende Melodie an die nächste, bringen in jeder neuen Nummer eine neue Hookline und betteln förmlich darum, dass man sich aus diesem reißenden Wasserfall seine Favoriten aussucht, egal ob das Album als Ganzes funktioniert oder nicht.

Würde „We rule the night“ dadurch einfach eine außergewöhnlich lange Eingewöhnungszeit beanspruchen und hätte der Sechser auf absolut schmalzige Balladen im Bon Jovi-Stil („My own life“, „Miles apart“) oder gesichtslosen Partymetal („Turn it up“) verzichtet, die vierte Platte der Schweden wäre mit grandios in Szene gesetzten Hymnen wie „Burn this city“ oder donnernden Schwedenkrachern wie „Break of day“ oder „Revolution, Baby“ in der Lage gewesen sich zu einem unaufhaltbaren Strohfeuer in der Szene und darüber hinaus zu entwickeln. In ihrer jetzigen Form ähneln die elf Stücke auf „We rule the night“ allerdings mehr einer nur bedingt geglückten Versuchsreihe in einem unterm Strich fehlgeschlagenen Experiment. Das Ergebnis mag zwar stellenweise wohlschmeckende Früchte getragen haben, alles in allem haben Sonic Syndicate aber noch einen langen Weg vor sich, wenn es darum geht einen konsistenten Longplayer auf die Beine zu stellen, der nicht davon lebt alle drei Minuten ein neues Klanggebilde über den Hörer hereinbrechen zu lassen, von Refrain zu Refrain zu hetzen und zu hoffen, dass das reichen wird.

Anspieltipps:

  • Break Of Day
  • Burn This City
  • Revolution, Baby
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