Against Me! - White Crosses - Cover
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Against Me! White Crosses


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Against Me! sind noch weit entfernt davon, gute Musik für die Welt zu entwerfen.

Es war einmal vor langer Zeit, da hätte man eine Band wie Against Me! als letzte hart gebliebene Instanz gegenüber all den Green Days und My Chemical Romances dieser Welt bezeichnet. Während letztere sich Entertainment- und Melodikbreitwandrock hingaben, blieben die Jungs aus Florida hart. Jetzt kommt „White Crosses“ und es ist unverkennbar, dass die Verkaufszahlen der eben genannten Bands unsere harten Jungs zum Sabbern gebracht haben. Das neue Album ist ein Ausflug in neues Terrain, welches Stadien füllen soll und nicht mehr erbarmungslos rocken soll. Nicht nur Fans werden irritiert sein.

Gleich der Titeltrack als Eröffnung weiß nicht, wo er hin will. Live klingt diese Nummer vielleicht rockig, aber die Albumversion wurde mit einem Bügeleisen höchster Qualität bearbeitet. Die Gitarren dürfen nicht krachen und das Schlagzeug ist schon in verbotenem Maße heruntergedreht. Da hilft auch keine gute Melodie, die es recht schnell ins Ohr schafft, da die Harmlosigkeit des Stückes einfach nur er- und abschreckend ist. Besonders enttäuschend ist „I Was A Teenager Anarchist“, das insgesamt weniger rockig als ein „Wake Me Up When September Ends“ scheint, wobei der Green-Day-Hit eine Ballade ist. Das „I was“ ist wohl die Zauberformel, denn wilde Rockpassagen waren einmal.

Gerade auf dem Gebiet der Rockhymnen, die sich gerne mit Balladen auf einen Kaffee treffen, haben sich Against Me! breit gemacht. Bei „Oohs“ und „Aaaahs“ in „Because Of The Shame“ und den Stadionrockeinsätzen in „Suffocation“ hat man nach keiner Viertelstunde vergessen, dass diese Band jemals dreckig rocken konnte. Against Me! muss man also endgültig in neuem Licht betrachten und die ganze Sache mit den Melodien für Millionen klingt zumindest Instrumental gar nicht so schlecht. Unglaublich weichgespült und ein wenig sehr konventionell, aber nicht schlecht klingen die ganzen Hymnen für den Alltag.

Hin- und hergerissen ist man bei diesen Stücken, die allesamt nicht das Prädikat „schlecht“ oder „Klassenziel verfehlt“ verdient haben. Schließlich entscheidet, dass keines der Stücke länger im Kopf bleibt oder für den „Wow“-Effekt sorgt, den man sich von einer Stadionrockband erhofft. Die Kings Of Leon haben vorgemacht, wie man glaubwürdig und erfolgreich zugleich auf den großen Bühnen dieser Welt bestehen kann und das auch ohne Samtstimme, die jedermann gefallen muss. Against Me! sind noch weit entfernt davon, wirklich gute Musik für diese Teileinheit der Musikwelt zu entwerfen, aber zumindest andeutungsweise können sie aufzeigen, dass das Potenzial vorhanden ist.

Anspieltipps:

  • Suffocation
  • White Crosses
  • Ache With Me

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