Killed By 9v Batteries - Split LP - Cover
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Killed By 9v Batteries Split LP


  • Label: Siluh Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Gerade mal ein knappes Jahr ist vergangen und schon müssen die vier Österreicher wieder zuschlagen. Es hat zwar eigentlich nur für eine EP gereicht, doch man nehme noch ein Minialbum einer neuen Band (Picture Eyes) und schon hat man ein komplettes Album oder wie es hier betitelt wird: Split-LP. Fragwürdig erscheint es im ersten Moment, ob die Bands denn zusammen passen, aber es sei vorweg gesagt, dass man sich hier an Garage-Sound krachen nur so am überbieten ist. Siluh scheint das passende Zuhause für Lo-Fi-Rocker der härteren Gangart zu sein. Mit den deutschen White Stripes hat man es hier jedoch nicht zu tun.

Es wird auch dieses mal wieder kratzbürstig über die Saiten gerannt und keine Rücksicht auf das Ohr genommen. Was „Jaqueline Lee Bouvier Kennedy Onassis“ mit den Ohren macht, ist mehr als grenzwertig. Hier wird fünf Minuten lang nur noch in die Saiten gegriffen und das Ende ist mehr Erlösung als alles Andere. Man kann Tracks wie „Bombs“, „Schizophrenic“ und „The pains Of Being Young, White And Male“ nicht absprechen, aber nur weil man eine CD live aufnimmt, muss sich nicht so klingen, als ob es egal ist, wie sauber man sein Instrument spielt. Irgendwann ist auch die Grenze des Garagenrocks übertreten und das ist diesmal passiert. Wer auf rauen Lärm steht, wird hier seine Helle Freude haben, aber wer eine ähnliche Rockgewalt wie At The Drive-In erwartet, wird auch auf dieser Platte wieder enttäuscht. Zu sehr liegt die Inspirationsquelle auf der Insel Britannia und zu omnipräsent ist die schlechte Aufnahmequalität.

Es ist schade, die Vorliebe der Jungs so ins Gesicht geschmettert zu bekommen. Natürlich ist es subjektiv, aber mit ein wenig mehr Feingefühl könnte „Nichts Sehen, Nichts Hören, Nichts Sagen“ ein echter Kracher sein und das nicht nur im Sinne von Krach. Hier wird hinter der Fassade der heruntergekommenen Atmosphäre eine geniale Songstruktur geliefert, aber dieses Dilemma ist schon vom letzten Album bekannt. Killed By 9V Batteries haben das Gespür für richtig fetzige Rocker mit Seele und Tiefgang. Leider geht ihre Liebe zu Lo-Fi und Trash soweit, dass sie ihre Kunst nur sehr beschränkt zugänglich machen. Ob es die Angst vor der eigenen Qualität ist oder einfach eine Frage des Geschmacks, bleibt wohl das Geheimnis der Alp-Länder. Die Fürstenfelder Picture Eyes haben es derweil geschafft so ähnlich zu klingen, dass man sich ernsthafte Sorgen um Originalität machen muss. Gleichzeitig liefern sie den wohl stärksten Track des Albums. Ein zweifelhaftes Vergnügen, aber immerhin ein Vergnügen für die Frischlinge.

Anspieltipps:

  • Nichts Hören, Nichts Sehen, Nichts Sagen
  • Home Sweet Home Kill Fucking Everyone
  • Schizophrenic

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