Brain Drill - Quantum Catastrophe - Cover
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Brain Drill Quantum Catastrophe


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Aufatmen! Die Synapsendemolierung kann weitergehen! Um Brain Drill rankten sich nach dem ersten Langspieler „Apocalyptic Feasting“ (2008) nämlich Auflösungsgerüchte, da Drummer Marco Pitruzella und Bassist Jeff Hughell ausstiegen und somit nur noch eine halbe Band zurückließen. Nach längerer Suche konnten in Ron Casey (Schlagzeug) und Ivan Munguia (Bass) zwei würdige Nachfolger gefunden werden, und das Quartett um Bandgründer Dylan Ruskin (Gitarre) und Sänger Steve Rathjen war wieder komplett.

Obwohl die Jungs mit ihrem Mix aus Technical Death Metal und Grindcore nach wie vor ein teils einfach nur erdrückendes Donnerwetter fabrizieren, lassen sich die Besetzungswechsel heraushören. Caseys knackiger Schlagzeugsound gewinnt an Druck und Kraft, wo man es nach dem geisteskranken Erstling der Band gar nicht mehr für möglich gehalten hätte, während man in der Bass-Spur kleine Abstriche zu verzeichnen hat, hauptsächlich da Munguia weniger Saiten quält als Vorgänger Hughell (7-String!). So hält sich die aktuelle Formation die Waage. Doch was das Songwriting betrifft, bleibt unterm Strich eine kleine aber feine Abwärtsentwicklung.

Steve Rathjen überzeugt auf „Quantum Catastrophe“ wieder mal mit hervorragendem Growling samt immer wieder eingestreuten Screams, doch von der Instrumentenabteilung in seinem Rücken wird die Balance zwischen Eingängigkeit und technischer Versiertheit einfach weniger gut gehalten als auf dem Vorgängeralbum. „Quantum Catastrophe“ ist eine Spur zu verliebt in wahnwitziges Tapping und unberechenbare Rhythmen, wodurch der eigentliche Song nun doch ein wenig in den Hintergrund zu treten scheint. Einst purer Masochismus, kann die Gehirnbohrung nun auch mal ein wenig nerven. Diese ausgebaute „over the top“-Attitüde ist nur noch was für Technik-Freaks.

Zweifellos ist Brain Drill eine geisteskranke wie talentierte Band, die ihre Kraft wohl am eindrucksvollsten im überlangen Schlusslicht und Titeltrack „Quantum Catastrophe“ entlädt. Die geschlagenen fünf Minuten aus Sounds von postapokalyptischer Ruhe, die der elfminütigen Metal-Raserei angehängt wurden, sind wohl ein bisschen zu viel des Guten, unterstreichen dafür aber den Eindruck, dass Brain Drill nach einem Auftritt nicht viel mehr als verbrannte Erde hinterlassen. Die Endzeit wurde von Brain Drill zum zweiten Mal recht gelungen vertont. Doch gibt es eine Steigerung von Endzeit? Eben nicht, das ist hier das kleine Problem.

Anspieltipps:

  • Entity Of Extinction
  • Quantum Catastrophe

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