Cyndi Lauper - Memphis Blues - Cover
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Cyndi Lauper Memphis Blues


  • Label: Naive/INDIGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Cyndi Lauper ist mit „Memphis Blues“ bis tief zu den Wurzeln der populären Musik vorgedrungen und hat diese Aufgabe mehr als gut gemeistert.

Auch als Rezensent ist man nicht vor Vorverurteilung gefeit. Etwas missmutig wurde die CD „Memphis Blues“ entgegengenommen und wanderte erstmal auf dem „nicht-so-wichtig-Stapel“. Schließlich fand das Album Gehör und wider Erwarten stellte sich heraus, dass Cyndi Lauper auch den authentischen Blues haben kann. Die 1980er Ikone hatte vier Top Ten Hits, die aus Pop, schriller New Wave, Reggae und Funk gestrickt waren. Nicht umsonst wird die Amerikanerin als musikalisches Chamäleon bezeichnet. Dieses mal ist sie tief bis an die Wurzeln des Blues aus Memphis gegangen. Es ist das Album, das sie schon seit Jahren machen wollte und sie wählte die von ihr verehrten Musiker aus: Allen Toussaint, Charlie Musslewhite, Ann Peebles, Jonny Lang, B.B. King sowie Leroy Hodges und Howard Grimes, die ein Teil der Hi Rhythm Section waren. Außerdem eine Bläsersektion, die sowohl für ordentlich Dampf als auch emotionale Wärme sorgt.

Mit Charlie Musslewhites Blues Harp Spiel, der nach vorne dampfenden Hi Rhythm Section und Laupers inzwischen angerauter Stimme wird „I’m Just Your Fool“ – komponiert von Little Walter und seinerzeit für Chess Records aufgenommen – zum siedenden Auftakt des „Memphis Blues“. Die unnachahmliche Hi-Hat von Schlagzeuger Howard Grimes flattert den „Shattered Dreams“ hinterher, dazu klimpert Allen Toussaints Klavier in unvergleichlicher New Orleans Manier, nicht zu vergessen die schmissig gespielten Hörner. Unterstützung erfährt sie von B.B. King auf dem stimmungsvollen „Early In The Morning“, danach kommen „Romance In The Dark“ und der Klassiker „How Blue Can You Get“ mit balladeskem Blues & Soul daher.

Albert Kings „Down Don’t Bother Me“ groovt im mittleren Tempobereich, desgleichen taugt „Don’t Cry No More“ (ein Hit für Bobby „Blue“ Bland) als Tanzbodenfüller. Die Tanzfläche verlassen wir auch bei Muddy Waters’ „Rollin’ And Tumblin’“ nicht, erst beim Gospel inspirierten „Down So Low“ sei eine Verschnaufpause gestattet. Nach dem inbrünstig, dennoch cool vorgetragenem „Mother Earth“ wird zum Finale Robert Johnsons stampfendes „Crossroads“ angestimmt

Cyndi Lauper ist mit „Memphis Blues“ bis tief zu den Wurzeln der populären Musik vorgedrungen und hat diese Aufgabe mehr als gut gemeistert. Es waren nicht nur die hervorragend gewählten und agierenden Begleitmusiker, sondern auch Cyndi Laupers raue, manchmal dunkel vibrierende Stimme, die „Memphis Blues“ über das Mittelmaß solcher Cover-Alben hinausheben. Respekt!

Anspieltipps:

  • Shattered Dreams
  • Romance In The Dark
  • Don’t Cry No More
  • Down So Low

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