Crowded House - Intriguer - Cover
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Crowded House Intriguer


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem sich Crowded House im Jahr 2007 nach elfjähriger Funkstille reformierten, war der Anlass kein Schöner. Schlagzeuger und Gründungsmitglied Paul Hester hatte sich 2005 das Leben genommen, was Mastermind Neil Finn dazu veranlasste, seine Solokarriere ruhen zu lassen und als letzte Ehre für seinen Freund ihre gemeinsame Band wieder zu beleben. Das Resultat war das Album „Time On Earth“ (06/2007), das erwartet melancholisch und schwermütig ausfiel.

Auch das neue Crowded-House-Album „Intriguer“ ist dem alten Weggefährten gewidmet, kommt aber wesentlich befreiter und lebensmutiger daher. Damit knüpft Neil Finn als Songschreiber an seine Glanzzeiten in den späten 80er und frühen 90er Jahren an, als seine Band Hits wie „Weather with you“, „Don't dream it's over“ und „It's only natural“ landen konnte und Einflüsse von den Beatles und Kinks in locker-leichte Kompositionen einflocht.

Die Aufnahmen zum neuen Album fanden im heimischen Auckland, Neuseeland statt. Sie wurden – wie auch der finale Mix – von Jim Scott (Cypress Hill, Wilco, Gary Louris, Dido, Jason Mraz) betreut, was Neil Finn als besonders wichtige Tatsache herausstellt. Und tatsächlich: Crowded House anno 2010 klingen frisch und unverbraucht, auch wenn die Melodien immer noch den Geist ihrer Vorbilder aus den 60er Jahren atmen („Archer's arrows“, „Amsterdam“).

Zahnlos oder altersmüde klingt definitiv anders. Da wird schon mal ein für Crowded-House-Verhältnisse ganz schönes Gitarrenpfund ausgepackt („Inside out“) oder für amtliche Grooves gesorgt („Saturday sun“). Selbst in den ruhigen Momenten, besonders zum Schluss des Albums, bewahren die Neuseeländer Haltung, indem sie auf geschmackvolle Instrumentierungen und feine Harmoniebögen setzen und so geschickt die Balladen-Sackgasse umgehen („Even if“, „Elephants“).

Mit „Intriguer“ legen Crowded House ein Album vor, für das es eigentlich nur eine Beschreibung gibt: Schön! Das Quartett zelebriert erwachsene Popmusik, die es nicht nötig hat, auf die Charts zu schielen und trotzdem den einen oder anderen Hit abwirft.

Anspieltipps:

  • Inside out
  • Amsterdam
  • Falling dove
  • Twice if you’re lucky

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