Tom Petty - Mojo - Cover
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Tom Petty Mojo


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 65 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Tom Petty erweist sich einmal mehr als bildreicher Geschichtenerzähler.

Nach seinem dritten Soloalbum „Highway Companion” (07/2006), der kurzzeitigen Re-Union der Southern-Rockband Mudcrutch für ein Studio- und ein Live-Album sowie der exzellenten „Live Anthology“-Box, die man sich unbedingt in der Super Deluxe Version gönnen sollte, hat Tom Petty (59) wieder die Heartbreakers um sich geschart und mit „Mojo“ ein Album eingespielt, mit dem die sechs Herzensbrecher nicht nur zurück zu ihren Wurzeln finden, sondern auch neue, frische Energien an den Tag legt.

Fast acht Jahre ist die letzte Zusammenarbeit zwischen Petty und den Heartbreakers auf dem Album „The Last DJ“ (10/2002) inzwischen her. Eine lange Zeit, in der wohl die Auferstehung von Mudcrutch mit allen Originalmitgliedern ausschlaggebend dafür war, dass sich die Heartbreaker-Mannschaft mit reaktivierter Spielfreude für ein neues Album zusammentat. Die 15 Songs wurden zwischen April 2009 und Januar 2010 live im bandeigenen Studio aufgenommen und bedeuten eine bemerkenswerte Entwicklung im typischen Heartbreakers-Sound.

Tom Petty (Gesang, Gitarre), Mike Campbell (Gitarre), Benmont Tench (Keyboards), Ron Blair (Bass), Scott Thurston (Mundharmonika, Gitarre) und Steve Ferrone (Drums) umzingeln auf „Mojo“, ihrem 12. gemeinsamen Werk, sämtliche Spielarten ur-amerikanischer Musik, wobei die Blueseinflüsse am stärksten sind („Jefferson Jericho blues“, „Candy“, „I should have known it“, „U.S. 41“). Doch es geht auch anders! So ist „First flash of freedom” eine siebenminütige Nummer, die beinahe Jazzrock-artige Züge besitzt, die verträumten Titel „The trip to Pirate’s Cove“ und „Something good coming“ erinnern an das Gitarrenspiel Mark Knopflers, „No reason to cry“ kommt als herzerweichende Country-Ballade daher, „Don’t pull me over“ verwendet dezente Reggae-Elemente und „Good enough“ nimmt .die Atmosphäre von Pink Floyds „Shine on you crazy diamond auf“

Tom Petty erweist sich einmal mehr als bildreicher Geschichtenerzähler, der es voll und ganz genießt, den Storytelling-Charakter des Blues für sich zu nutzen. Das macht Spaß. Und deshalb halten sich Petty und Co. auch nur selten an das Standardsongformat von drei Minuten. Dessen ungeachtet wirkt das Liedmaterial ausgeglichen und zu jeder Zeit spannend, auch wenn es nicht den Heartbreakers-Sound aus den 80er und 90er Jahren zu hören gibt. Hier ist eine Band im, ähem, hohen Alter erwachsen geworden, was sie so urwüchsig klingen lässt wie noch nie – und wenn ein Song deshalb sieben Minuten lang sein muss, dann ist das eben so!

Anspieltipps:

  • Lover’s touch
  • Let yourself go
  • No reason to cry
  • First flash of freedom
  • I should have known it
  • The trip to Pirate’s Cove

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