Jewel - Sweet And Wild - Cover
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Jewel Sweet And Wild


  • Label: Valory Music Company
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Sweet And Wild“ kommt in kompakter Form daher und lässt dadurch keinen Raum für Füllmaterial.

Auch wenn Musikfans oftmals von ihren Lieblingen verlangen, dass ihre Songs bitteschön für immer so klingen, wie man sie einst lieb gewonnen hat, muss man den Damen und Herren Künstlern doch eine gewisse Entwicklung zugestehen, auch wenn diese mitunter wilde Haken schlägt und nicht immer gut geht.

Die amerikanische Songwriterin Jewel Kilcher (36) hat sich solch einer Entwicklung unterzogen. Ursprünglich aus dem Bereich der Country- und Folkmusik stammend, entwickelte sie ein tolles Gespür dafür, wie man jene Stilarten auf perfekte Weise mit Popmusik kombinieren kann. Drei Albumproduktionen dieser Art bescherten Jewel weltweit millionenfach verkaufte CDs und hohe Chartplatzierungen, bis sie sich zwischenzeitlich in Dance-Pop-Gefilden („0304“) austobte, nur um dann wieder zu ihrem ursprünglichen Stil zurückzufinden („Goodbye Alice In Wonderland“).

Es folgte die Trennung vom Majorlabel Warner Bros. und eine stärkere Orientierung in Richtung Country Music („Perfectly Clear“). Zwischendurch folgte eine Sammlung von Kinderliedern („Lullaby“) und nun – endlich! – die Rückbesinnung auf alte Stärken. Denn mit „Sweet And Wild“ kehrt Jewel zurück zu ihrer einzigartigen Vermengung von Country, Folk-Pop und Singer/Songwriter-Musik mit alten Hitqualitäten und zum Teil herrlich infantilen Texten, die sich hauptsächlich in Liebesliedern wieder finden.

Das kennt man von Jewels Debüt „Pieces Of You“ (1995) und so möchten die Fans die 36-Jährige am liebsten hören. Klingt einfach und logisch, doch es bedurfte erst der Geschicke von Taylor-Swift-Produzent Nathan Chapman, der die damals 18-Jährige vor zwei Jahren mit eben dieser betörenden Mischung aus Country und Pop zum Weltstar machte. Da Frau Kilcher das Songschreiben nicht verlernt hat und ihren Songs einfach nur der richtige Anstrich fehlte, kam hier zusammen, was zusammenkommen musste: Chapman führte Jewel zurück zum beschwingten Gute-Laune-Country-Pop („No good in goodbye“), sorgte für radiofreundliche Balladen („What you are“), charmante Kleine-Mädchen-Liebesleder („I love you forever“), großartige Popsongs („Fading“) und ein kleines bisschen Gesellschaftskritik, die freilich nur an der Oberfläche kratzt („One true thing“). Mehr muss man von Popmusik aber auch nicht erwarten.

„Sweet And Wild“ kommt in kompakter Form daher (keine 40 Minuten Spielzeit) und lässt dadurch keinen Raum für Füllmaterial. Jewel Kilcher besinnt sich ihrer Stärken und liefert ein unbeschwertes Sommeralbum ab, das genau die richtige Schnittmenge aus Country, Folk und Pop bietet.

Anspieltipps:

  • Fading
  • Satisfied
  • What you are
  • Stay here forever
  • I love you forever

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