Youssou N´Dour - Dakar-Kingston - Cover
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Youssou N´Dour Dakar-Kingston


  • Label: Emarcy/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Zum 50. Geburtstag macht sich Youssou N’Dour, die Stimme aus „Shaking The Tree” oder auch „7 Seconds“, selbst ein Geschenk und nimmt seine heimliche Liebe auf: den Reggae. Nach dem Vorbild eines Bob Marley wird hier eine knappe Stunde lang der Seele freien Lauf zum Baumeln gelassen. N’Dour, dem nachgesagt wird wie kein anderer Afrikas Musik zu repräsentieren nun also auf dem Jamaika-Trip? Ganz unähnlich ist die Aussprache der englischen Sprache nicht und einem erfahrenen Musikveteranen wie Youssou ist zuzutrauen, dass er diesen Stil beherrscht. Die wirklich entscheidende Frage ist also nicht, ob er es beherrscht, sondern wie. Ein einfacher Ausflug in den Reggae wäre zu wenig, denn der Botschafter des friedlichen Dialogs sollte den Anspruch haben mit seiner Musik zu einen und nicht bloß ein wenig zu Klimpern. Auch wenn er Geburtstag hat!

Tatsächlich schafft Youssou N’Dour es, den Geist des Reggae zu kanalisieren, aber nicht einzufangen. Zu präsent sind die afrikanischen Wurzeln und die für ihn übliche Musik, die im Hintergrund immer wieder hervorbricht. Da helfen keine Gospel- und Choraleinlagen. Das Ergebnis von Liedern wie „Marley“ oder „Bololene“ ist eine Mixtur aus World Music und Reggae. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber der wirkliche Geist des einen sowie des anderen wird nie wirklich erfasst. Selbst ein „Bamba“, das es schafft für Bewegung in Fuß und Kopf zu sorgen, müht sich vergebens um das Herz. Gekonnt aber irgendwie nicht wirklich gewollt oder auch andersherum scheint dieses Album. Mal so, mal so. Instabil und ohne die letzte großartige Idee.

Die Zielgenauigkeit ist immer wieder präzise („Black Woman“) und verliert sich dann wieder in der Afro-Franko-Reggae-Nummer „Survie“. N’Dour will einfach zu viel auf einmal, anstatt seine volle Konzentration dem Reggae zu schenken, auf und mit welchem er sein neues Album begründen wollte. Natürlich ist man als Reggae-Jünger nicht an der falschen Stelle mit diesem Album, doch es gibt durchaus interessantere Vertreter dieses Genres und damit ist nicht allein Marley höchst selbst gemeint. Typisch für den Afrikaner versucht er verschiedene Kulturen und auch Musikstile zu vereinen, was ihm zwar gelingt, allerdings nicht auf einem von ihm wahrscheinlich erhofften Niveau. Es fehlen die feinen Ideen und Melodien, anstatt den typischen Reggae-Geist einfach immer nur wieder aufzuwärmen.

Anspieltipps:

  • Black Woman
  • Leteuma
  • Marley

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