Divided Multitude - Guardian Angel - Cover
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Divided Multitude Guardian Angel


  • Label: Silverwolf/Intergroove
  • Laufzeit: 61 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ambition“ haben sich die meisten progressiven Bands als unübersichtlichen Aufhänger auf ihre Flaggen geschrieben, damit gleich jeder weiß, dass man es mit Vollprofis und technisch versierten Herrschaften zu tun hat. Ziemlich selten übersteigt dann ein Album einer be- oder unbekannten Band die Erwartungen, die durch Werbung, Promozettel oder der einen oder anderen Kritik zustande gekommen sind, weil die Truppe zuviel wollte und letztendlich keine überzeugende Komposition abgeliefert hat. Divided Multitude trifft diesbezüglich ein ähnliches Schicksal. Als eine der interessantesten Progressive Metal-Bands Norwegens gehandelt, präsentieren die Skandinavier mit ihrer dritten Scheibe „Guardian angel“ eine durchwachsene, wenn auch stellenweise recht packende Vorstellung ihres Könnens.

Sindre Antonsen (Gesang), Christer (Gitarre) und Rayner Haroy (Bass), Eskild Kloften (Keyboard) und Anders Vinje (Schlagzeug) wollen das Genre mit richtig dicken Eiern der Marke Power und Heavy Metal in der Hose zu neuen Höhen führen, stolpern jedoch über ihre eigenen, hoch gesteckten Ziele und enttäuschen mit langgezogenen Instrumentalpassagen und nichtssagenden Texten. Der größte Schwachpunkt ist allerdings unüberhörbar Sänger Sindre, der beinahe klingt, als wäre er frisch aus Italien importiert worden und hätte seinen Job früher bei Vorzeige-Knödelfabriken wie Holy Martyr, Soul Takers oder Raising Fear verrichtet. Das ist für manchen, im Ansatz ordentlich ausgearbeiteten Song eine totale Bankrotterklärung, weil sich Antonsen über jegliche Spuren oder Instrumente hinwegsetzt und nervtötend seinen Part als Schreihals, Rockröhre oder besinnlichen Romantiker zum Besten gibt.

Im Gegensatz dazu drängen seine Mitstreiter kaum in den Vordergrund und beschränken sich auf flottes Tempo mit Power Metal-Schlagseite und hakenschlagende Abwechslung („Regrets“, „My dying hour“) oder musikalische Irrgärten („Senses“, „Nowhere to hide“), liefern aber ebenso auf der Stelle tretendes Gedudel ab, das nicht mehr als Gähnen hervorruft („Promised land“, „Pieces on the floor“). Am hervorstechendsten ist auf jeden Fall das harte „My dying hour“, das zu Beginn eher an eine Metalcore-Kombo denken lässt als an überambitionierten Progressive Metal. Nichtsdestotrotz kann diese Nummer „Guardian angel“ nicht vor der Durchschnittlichkeit retten, denn vom „fantastischen Melodic Progressive / Power Metal“ ist auf der dritten Langrille der Norweger leider nicht viel zu hören.

Anspieltipps:

  • Regrets
  • My Dying Hour
  • Nowhere To Hide

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