Myrath - Desert Call - Cover
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Myrath Desert Call


  • Label: XIII Bis/SOULFOOD
  • Laufzeit: 65 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Myrath sind eine ehrgeizige Progressive Power Metal-Truppe aus Tunesien, die mit „Desert call“ nach „Hope“ (09/2007) ihr offiziell zweites Studioalbum (2005 erblickte mit „Double face“ das eigentliche Erstlingswerk der Band ausschließlich in ihrem Heimatland das Licht der Musikläden) vorlegt, das nicht von ungefähr am selben Tag veröffentlicht wird wie Orphaned Lands „The never ending way of ORwarriOR“. Hier wie dort messen sich arabische Instrumente mit wuchtigen Metal-Klängen in progressivem Mantel, mit dem Unterschied, das Myrath vorrangig unterhalten wollen und nicht wie Orphaned Land zusätzlich politische Tendenzen verfolgen.

Zaher Zorgati (Gesang), Malek Ben Arbia (Gitarre), Anis Jouini (Bass), Elyes Bouchoucha (Keyboard) und Saif Ouhibi (Schlagzeug) beschränken sich außerdem auf den folkloristischen Anteil als begleitendes bzw. unterstützendes Stilelement anstatt Darbuka (türkische Trommel), Mezwed (tunesische Sackpfeife) oder Daf (persische Rahmentrommel) als gleichwertige Zutat zu Bass, Gitarre, Keyboard oder Schlagzeug anzusehen, sozusagen um den Tracks das gewisse Etwas und eine individuelle Würze zu geben. Diese Herangehensweise ist keineswegs verkehrt, allerdings hacken die fünf Herrschaften mit den elektrischen Gerätschaften in ihren Kompositionen dermaßen alles kurz und klein, dass etwas mehr Besonnenheit und Ruhe den Songs sicherlich gut getan hätte.

Als Mischung aus Dream Theater, Symphony X, Angra und den bereits erwähnten Orphaned Land schnalzen Myrath nämlich recht zügig durch zehn kurzweilige Metaltracks, deren Richtung zwar stets progressiver Natur ist und dadurch einige unterhaltsame Instrumentensolos entstehen, aber durch den krachenden und gelegentlich überfrachteten Power Metal-Anteil weicht die Intensität oftmals akustischen Drohgebärden und das eine oder andere sorgfältig herausgearbeitete Arrangement geht vollständig unter. Die Halbwertszeit von „Desert call“ ist dennoch recht hoch, da viele Stücke unheimlich viel Spaß machen und die folkloristischen Themen, sofern sie nicht von einer Doublebass in Grund und Boden gestampft wird, für den nötigen Wiedererkennungswert sorgen. Alles in allem ist Myraths Zweite also ein guter Zeitvertreib mit Exotenbonus.

Anspieltipps:

  • Madness
  • Desert Call
  • Empty World

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