Loudblast - Loud, Live And Heavy - Cover
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Loudblast Loud, Live And Heavy


  • Label: XIII Bis/SOULFOOD
  • Laufzeit: 233 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Loudblast aus Frankreich sind Slayer und Death in einem. Da derbe musikalische Kost im Sechseck anno 1984 nämlich weniger gefragt ist, halten es einige Typen für sinnvoll eine niederschmetternde Blastbeat-Attacke zu starten, die den Franzmännern zeigt, wie der Thrashhammer geschwungen und Todesblei gegossen wird. Kurze Zeit später gilt man im Heimatland dann als Wegbereiter für diese Genres und darf mit Cannibal Corpse, Sepultura, Manowar, Sacred Reich oder Death die Bühnen unsicher machen, während sich Platten wie „Disincarnate“ (1991) oder „Sublime dementia“ (1993) für französische Verhältnisse die Stilrichtung betreffend ausgesprochen gut verkaufen und Loudblast gemeinsam mit Massacra in der Szene die Spitzenreiterrolle beschert. Nach einem Split in 1999 reformierte man sich 2002 für ein Tribute-Konzert für Chuck Schuldiner (Death) wieder und prügelte „Planet pandemonium“ (2004) in die Musikläden.

Die derzeit aus Stéphane Buriez (Gesang, Gitarre), Alex Clin-Tocquaine (Gitarre), François Jamin (Bass) und Hervé Coquerel (Schlagzeug) bestehende Truppe lässt zum 25jährigen Jubiläum mit „Loud, live and heavy“ nun die Sektkorken knallen und legt ein umfassendes Live-Manifest vor, das durch eine zusätzliche DVD noch einige Einblicke hinter die Kulissen einer der wichtigsten Thrash/Death-Kapellen Frankreichs liefert. Allein mit der CD, welche 19 Tracks von zwei Shows aus 2005 und 1999 beinhaltet, beweisen Loudblast, das auch aus dem Land von Baguette und Croissant jederzeit mit einer wuchtigen und arschtretenden Scheibe zu rechnen ist. In der über 70 Minuten langen, metallischen Vollbedienung gibt es jedoch nicht nur Eigenkompositionen aufs Ohr, denn Buriez & Co. sind sich ihrer Idole stets bewusst und mischen daher selbstbewusst eine todesmutige Fassung von Slayers „Mandatory suicide“ oder Kiss „Deuce“ (nur auf DVD) unter die Stücke aus eigener Hand, die mit ordentlich Groove („Flesh“, „Cross the threshold“, „The serpent´s circle“), Tempo („Steering for paradise“, „Presumption“) oder Durchschlagskraft („The horror within“, „Carpe diem“) gesegnet sind und auch dem Punk („Black death“) Einlass gewähren.

Auf der DVD gibt es die komplette Ladung dann noch einmal in ordentlichem Bild und sehr gutem Ton, eine zusätzliche Aufnahme von 1990 in bescheidener Demo-Qualität, wo man die Herrschaften von Loudblast in lustigen Post-80er-Jahre-Frisuren wie aufgescheuchte Hühner über die Bühne rennen sehen kann, zwei zusätzliche Live-Songs („Bow down“, „Malignant growth“) aus 2005 in holpriger Rohfassung, die „böse Buben beim Spielen“-Clips zu „Punishment to come“ und „Disquieting beliefs“, Kurzdokumentationen über die Aufnahmesessions zu „Sublime dementia“ und „Fragments“ und einen Backstage-Einblick zur „Real Power Tour“, der allerdings nur in Französisch vorliegt und mit sporadisch eingeblendetem Text eher vernachlässigbar ist.

Das Zusatzmaterial schwankt allerdings stark in seiner Qualität und ist meist dumpf und verwaschen, was den Genuss dessen doch beträchtlich schmälert. Dafür machen die Live-Aufnahmen alles wett und zeigen ein extrem gut aufgelegtes Publikum, das stets am Bangen und Moshen ist, und eine technisch gefestigte Vorstellung Loudblasts, die es verstehen die Meute vor der Bühne mächtig anzuheizen. Somit richtet sich „Loud, live and heavy“ (natürlich abseits der Fangemeinde) an alle, die eine kurzweilige Beschallung zum Ausrasten abseits von Slayer und Konsorten suchen, denn hierfür eignet sich diese Zusammenstellung hervorragend.

Anspieltipps:

  • Black Death
  • The Horror Within
  • Cross The Treshold
  • Steering For Paradise

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