Scissor Sisters - Night Work - Cover
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Scissor Sisters Night Work


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die amerikanische vierköpfige Band Scissor Sisters liebt man oder hasst man, dazwischen scheint es nichts zu geben. Ihre Offenherzigkeit, die unverkennbare Show-Attitüde und diese unverschämte Eingängigkeit ihrer Musik gefällt oder stößt eben ab. Vor vier Jahren erschien das zweite Werk „Tah-dah“, welches weltweit enorm erfolgreich war. Ihre Mischung aus Musicals, Bee Gees, Pet Shop Boys, George Michael und Elton John begeisterte die Massen und ist wahrscheinlich auch für den heute noch spürbaren Boom des Dance-Pop verantwortlich.

Für die dritte CD verpflichteten die Sisters Stuart Price (Zoot Woman, Madonna, The Killers), der ihnen zeitweise beim Songwriting aber vor allem beim Produzieren behilflich war. Im Gegensatz zur Konkurrenz komponieren die Sisters, allen voran Jason Sellards alias Jake Shears und Stuart Hofman alias Babydaddy, ihre Songs alleine und den Spaß am Dance-Pop merkt man ihnen in jeder Minute an. Die Vorgängerplatte zeigte die musikalische Variationsbreite, die die Band besitzt, denn auch sanfte Songs, die so gar nichts mit dem Disco-Fieber der übrigen Tracks zu tun hatten, fanden ihren Platz. Der Opener „Night Work“ vereint die Stärken der Scissor Sisters: Teilweise zweistimmiger Gesang, Ana Matronic ist hörbar dabei, und flotte tanzbare (Disco-)Klänge mit Ohrwurmgarantie lassen auf großes hoffen.

Doch etwas anders klingt dann „Whole new day“, das recht ruhig und emotional von Jake Shears vorgetragen wird, diesmal sogar ohne Bee-Gees-Gedächtnisstimme, und zu einer guten Pop-Perle mit leichter Temposteigerung gezählt werden darf. Die Single „Fire to fire“ geht wieder als absoluter Ohrwurmfavorit durch, denn wer so geschickt Pianoklänge, eindringlichen Gesang und eingängige Melodie verbindet, wird sicher mit einem Hit belohnt.

„Harder you get“ gehört eindeutig zu andersartigen Songs, weil Gitarrenriffs, gute Stimmen und Beats diesmal fast schon düster vermischt werden und das besitzt durchaus Power! „Night Life“ stellt dann wohl eins der stärksten Stücke dar, denn der Track wartet nach treibendem Anfang mit einem Tempowechsel auf, der den Song zum typischen Scissor Sisters Popsong macht, der einfach im Ohr bleibt. „Invisible Light“ erinnert stark an die Pet Shop Boys und setzt dann mit 6 Minuten Spielzeit den würdigen Schlusspunkt, da wird einfach nichts ausgelassen was elektronische Musik so spannend macht.

Die Scissor Sisters haben die ruhigere Seite komplett weggelassen und schwelgen durchgehend in schwer elektronischen tanzbaren zeitweise düsteren Werken, die aber weiterhin Gitarrenklänge erlauben. Den größten Teil seiner Inspiration zog Frontmann Shears dabei übrigens aus einem längeren Party-Urlaub in Berlin. Erstaunlich scheint dabei, dass einige Tracks mit jedem Hördurchgang wachsen, was bei der Musikrichtung eigentlich ungewöhnlich ist, das war dann wohl die Berliner Luft....

Anspieltipps:

  • Night Work
  • Whole New Way
  • Fire With Fire
  • Night Life

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