Renée Fleming - Dark Hope - Cover
Große Ansicht

Renée Fleming Dark Hope


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die US-amerikanische Sopranistin Renée Fleming (51) gehört zu den ganz großen Vertreterinnen ihres Fachs. Sie debütierte 1986 in Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ als Konstanze und ließ bis dato 50 weitere Engagements folgen. Sie ist an den größten Opernhäusern der Welt zu Hause und gewann drei Grammys. Darüber hinaus bringt sie hin und wieder Soloalben heraus, wie z.B. vor fünf Jahren, als sie mit „Haunted Heart“ (07/2005) eine Jazzplatte aufnahm.

Mit „Dark Hope“, ihrem neuesten Solowerk, wechselt Renée Fleming erneut das Fach und begibt sich unter der Obhut von Produzent David Kahne (Regina Spektor, Paul McCartney, Kelly Clarkson) in die Popwelt – oder wie es die 51-Jährige bezeichnet: Sie unternimmt „einen Abstecher in eine Parallelwelt“. In dieser Parallelwelt bekommt sie es mit elf Coverversionen zu tun, die ausgefallener nicht sein könnten. Beherzt covert sie nicht die üblichen Verdächtigen der aktuellen Popszene, sondern Acts wie Jefferson Airplane, Death Cab For Cutie, The Mars Volta, Arcade Fire, Band Of Horses, Muse, Duffy, Peter Gabriel und Leonard Cohen.

Das ist in der Tat einmal eine mutige Form eines Coveralbums. Denn die meisten Werke dieser Art sind im Prinzip überflüssig wie ein Kropf. Renée Fleming traut sich dagegen nicht nur an anspruchsvolles Liedgut heran, sie muss auch künstlerisch neue Wege gehen, indem sie ihre Stimme den Bedingungen der Popmusik anpasst. Verstecken muss sie ihr Können dabei allerdings nicht, wie z.B. die beeindruckende Umsetzung des Mars-Volta-Stücks „With twilight as my guide“ zeigt. Es gibt aber auch Versionen, die an die Stärke der Originale nicht herankommen („In your eyes“, „Soul meets body“) oder von anderen Künstlern stimmiger gecovert wurden („Mad world“, „Hallelujah“). Da nützt dann auch eine große Stimme nichts, zumal die Instrumentierung der Songs über weite Strecken enttäuschend ausfällt und wie aus der Konserve klingt. So ist es am Ende fast wie immer bei Coveralben: Im Ansatz sind die Ideen spannend, das Endergebnis aber durchwachsen und selten richtig überzeugend.

Anspieltipps:

  • Today
  • Intervention
  • Stepping stone
  • With twilight as my guide

Neue Kritiken im Genre „Pop“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „Renée Fleming“
comments powered by Disqus