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Soundtrack Twilight: Eclipse


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 63 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach Jane Austens „Stolz und Vorurteil” („Twilight: Bis(s) zum Morgengrauen“) und William Shakespeares „Romeo und Julia“ („Twilight: New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde“) darf nun also Emily Brontës „Sturmhöhe“ für den dritten Teil der Vampirsaga „Twilight: Eclipse – Bis(s) zum Abendrot“ herhalten. Polarisierend wie ein direkt neben einem Magnet befindlicher Kompass dürfen Fans erneut zwei Stunden lang dem erbitterten Kampf um Bellas Herz (Kristen Stewart) zwischen Vampir Edward (Robert Pattinson) und Werwolf Jacob (Taylor Lautner) beiwohnen, der an Dramatik kaum zu übertreffen ist, während Kritiker wie gewohnt dem ermüdenden Treiben auf der Leinwand nichts abgewinnen werden. Doch egal zu welchem Lager man sich zählt, der Erfolg wird der Romanverfilmung von Stephanie Meyer Recht geben und „Eclipse“ zu einem weiteren Kassenschlager an den Kinokassen machen.

Da zu einem standesgemäßen Blockbuster die Musik natürlich nicht fehlen darf, gibt es auch dieses Mal eine erlesene Auswahl an eigens für die Blutsauger-Saga verfassten Tracks von Indie- und Alternative Pop/Rock-Acts, die ein Stück vom weltweit erfolgreichen Twilight-Kuchen abhaben wollen. Schließlich könnte ein kleiner Beitrag im Film schon das kommerzielle Sprungbrett bedeuten. Im Vergleich zum lieblos zusammengeklaubten Teenie-Soundtrack des ersten Teils, dem jegliche Atmosphäre abgängig war, besinnte sich Produzentin Alexandra Patsavas beim Nachfolger eines Besseren und passte die Musik an das düstere Geschehen auf der Leinwand an. „Eclipse“ hält diesen Standard aufrecht und entwirft, passend zum jeweiligen Geschehen, ein romantisch-entrücktes wie auch stellenweise fröhliches und dunkles Mosaik.

Nachdem die Muse der Autorin selbst, nämlich Muse, mit einem zwiespältigen Beitrag namens „Neutron star collision“ nicht fehlen darf, liefern Metric einen in Sehnsuchtsmotiven badenden, wenn auch recht unauffälligen Titeltrack, The Bravery wandeln mit „Ours“ in optimistischeren Gefilden, Florence & The Machine ziehen den Hörer in dunklen Schattierungen in ihren Bann („Heavy in your arms“), Sia entwirft ein melancholisches Liebesplädoyer („My love“) und Fanfarlo entdecken die Handclaps in „Atlas“. Mit „Chop and change“ läuten The Black Keys dann einen raueren Umgangston ein, der von The Dead Weather und ihrem alternativ rockendem „Rolling in on a burning tree“ weitergeführt wird, bis Beck und Bat For Lashes die Synthies auspacken („Let´s get lost“), Vampire Weekend hier wohl am ehesten ihres Namens wegen mit dem grollenden „Jonathan Low“ zu finden sind und Unkle einen elektronischen Trip in ihre verschrobene Welt unternehmen („With you in my head“).

Dem Soundtrack zum dritten „Twilight“-Streifen fehlende Abwechslung zu unterstellen, wäre also fehl am Platz. Dumm ist nur, dass der rote Faden aufgrund der doch sehr unterschiedlichen Stimmungen stark auf der Strecke bleibt und jeder Song nur eine Momentaufnahme darstellt denn ein Zahnrad in einem fertigen, in sich geschlossenem Uhrwerk. Der Hörer wird dadurch geradezu ermutigt seine Favoriten herauszupicken und den Rest mit der Skip-Taste zu strafen, denn auch im hinteren Drittel herrscht buntes Allerlei, wenn Eastern Conference Champions „A millions miles an hour“ einen trockenen Rockgroove aus den Boxen fahren lassen, Band Of Horses sphärischen Pop beisteuern („Life on earth“), Cee Lo Green in „What part of forever“ einen locker-flockigen Umgangston anschlägt und zum eigentlichen Abschluss Komponist Howard Shore mit seinem „Jacob´s theme“ eine Moll-getriebene Pianonummer in die Kategorie „Herzschmerz“ verfrachtet.

Der G/A/S-Bonus des Soundtracks „Don´t you mourn the sun” von Mimi ist wie schon Jennifer Rostock beim Vorgänger eine unglückliche Entscheidung und darf getrost als nettes Anhängsel gesehen werden, das allerdings nichts mit dem Film an sich zu tun hat. Bleibt also letztendlich die Frage aller Fragen: Jacob oder Edward? Wie dem auch sei, der Soundtrack zu „Eclipse“ ist facettenreich und durchaus empfehlenswert und wird sicherlich selbst dem einen oder anderen Kritiker der Filme und Bücher einiges an Unterhaltungswert bieten.

Anspieltipps:

  • Vampire Weekend – Jonathan Low
  • The Black Keys – Chop And Change
  • Florence & The Machine – Heavy In Your Arms
  • Eastern Conference Champions – A Million Miles An Hour

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