Ozzy Osbourne - Scream - Cover
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Ozzy Osbourne Scream


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Als hätten wir es geahnt! Auf dem 2007er Album „Black Rain“ wurden die Gitarrenkünste von Ozzy Osbournes langjährigem Axeman Zakk Wylde kritisch und wenig positiv zur Kenntnis genommen. Und siehe da, inzwischen musste der 43-Jährige seine Koffer bei Herrn Osbourne packen und wurde durch den knapp 13 Jahre jüngeren Griechen Kostas „Gus G.“ Karamitroudis (Firewind, Ex-Dream Evil) an der Sechssaitigen ersetzt. Dafür ist Produzent und Songschreiber Kevin Churko auch bei Ozzys neuem Album „Scream“ wieder mit an Bord, damit eine gewisse Grundeingängigkeit gewahrt bleibt. Schließlich ist der Mann eher für seine Pop-Produktionen bekannt.

Das Erste, was an „Scream“ auffällt, ist, dass der Gitarrensound deutlich moderner geworden ist und nicht mehr so verwaschen wie zu Zakk-Wylde-Zeiten klingt („Let it die“). Das Riffing ist präzise („Diggin’ me down“) und die Soli von Gus G. besitzen eine durchgängig hohe Qualität („Soul sucker“, „I want it more“). Stimmlich präsentiert sich Ozzy Osbourne ungewöhnlich druckvoll und nicht wie der nuschelnde Zappelphilipp, den wir aus der unsäglichen MTV-Serie „The Osbournes“ kennen („Let me hear you scream“). Ein Schelm, wer denkt, dass hier im Studio nachgeholfen wurde.

Die Produktion ist ebenfalls ein echtes Brett, kommt aber an manchen Stellen etwas arg komprimiert und klinisch rein daher, was allerdings den aktuellen Hörgewohnheiten in Bezug auf ein „knallendes“ Metal-Album entspricht. Damit stimmen im Prinzip die Parameter für ein zeitgemäßes Metal-Langeisen, doch ganz so einfach lassen wir den Fürst der Dunkelheit nicht von der Kandare! Es muss nämlich auch festgestellt werden, dass die Balladen „Time“ und ganz besonders „Life won’t wait“ böse Totalausfälle sind, womit es mit Radioeinsätzen schon mal Essig ist.

Bleiben also „nur“ noch die harten Tracks, von denen allerdings nur wenige im Ganzen überzeugen, was daran liegt, dass der gute Ozzy mit großen Hooklines bzw. eingängigen Melodien und Refrains sehr sparsam umgeht. Es sind vielmehr einzelnen Passagen, die aufhorchen lassen, aber in der Summe natürlich keinen Volltreffer abgeben. Unterm Strich ergibt das zwar ein besseres Endergebnis als beim eilig zusammengeschustert wirkenden Vorgänger, doch vom Madman ist man aus den 80er Jahren einfach Besseres gewohnt. Wie schön ist es deshalb, dass die Meilensteine aus dieser Epoche schon bald als Luxus-Ausgaben wiederveröffentlicht werden. Es scheint fast wie ein Trost zu sein.

Anspieltipps:

  • Crucify
  • Fearless
  • Let it die
  • I want it more
  • Let me hear you scream

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