Menomena - Mines - Cover
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Menomena Mines


  • Label: City Slang/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Menomena – so heißt eine Art-Rock Band aus Portland – die sich scheinbar nicht nur auf außergewöhliche Klänge, sondern auch auf etwas eigene Namen spezialisiert hat. Titel wie „TAOS” oder „BOTE” lassen einen natürlich erst einmal schräg blicken. Wie spricht man das aus? Egal! Ist doch sowieso interessanter, was sich dahinter verbirgt! Und im Falle von „Mines“, dem vierten Album von Menomena, ist das eine ganze Menge. Die Band besteht aus den drei Mitgliedern, nämlich Drummer Danny Seim, Justin Harris und Brent Knopf, die sich an den Instrumenten Bass, Gitarre, Klavier oder Saxophon austoben und klingt doch so, als hätten weitaus mehr Menschen Anteil daran. Dies ist der zeitaufwendigen Arbeitsweise der Band geschuldet: „Mines was constructed the same way we've always made music: We jammed and recorded hundreds of loops spontaneously, using the same ol' trusty software program Brent wrote as a college assignment back in the day. We individually pieced the resulting loops together like jigsaw puzzles, adding in voices and sentimentality. We made big strides building skeletal song structures, and did a decent job collaborating as the ideas began to take shape.” Nach unzähligen Querelen zwischen den eigenwilligen Köpfen stand dann aber, nach mehrjähriger Arbeit, das neue Album „Mines“.

Alle drei Bandmitglieder wechseln sich mit dem Gesang und Songwriting ab und bringen jeweils unzählige Ideen in die Stücke ein. Nun alternieren Menomena gleich in den ersten drei Liedern zwischen melancholischer Emotionalität („Queen Black Acid“) und der Zappeligkeit von Broken Social Scene („TAOS“). Wer dann einmal hört, wie zu Beginn von „Tithe“ Klavier und Gitarre vollkommen asynchron nebeneinander her spielen und sich erst mit dem Schlagzeugeinsatz und gemächlichen Aufbau des Songs das ganze logisch zusammenfügt, weiß, dass hier wahre Könner am Werk sind. Der starke Wille der Band zum unkonventionellem wird jedoch auch von Songs wie „INTIL“ gebrochen, versucht sich die Gruppe hier doch an einer vollends geglückten Pianoballade, die auch Coldplay gut zu Gesicht stehen würde, wäre sie nicht um so viele Längen feinfühliger. „BOTE“ wird zum Ende hin wiederum durch seine grimmiges, sporadisch eingestreutes Saxophon und die immer schräger schreienden Gitarren immer abgedrehter.

So treiben Menomena ihr Spiel immer weiter zwischen leicht durchschimmerndem Popappeal und dessen mutwilligen Zerstörung durch gewagte Brüche und komplexe Songaufbauten. „Mines“ belohnt vermehrte Hördurchläufe nicht mit Langeweile, sondern mit vorher unentdeckten Melodien und kleinen Details – verkopft wirkt hier dennoch nichts. Zum Schluss des Albums setzt „Sleeping Beauty“ noch einmal einen besonderen Höhepunkt: Nach leisem Beginn mit elektronischem Flirren, baut die Band einen sich dynamisch erhebenden Song, der erst nach knapp drei Minuten entschlossen weiß, wo er denn überhaupt hin will und anschließend mit einem friedvollem Piano ausklingt. So ist nichts an „Mines“ schwach, nur einige Songs eben nicht ganz so stark wie die genannten Bergspitzen und die Songs verbinden sich so zu einem mehr als ansehnlichem vierten Album des Trios aus Portland.

Anspieltipps:

  • Tithe
  • INTIL
  • BOTE
  • Sleeping Beauty

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